Zwei Südallianzen?

In Sachen Windkraft wird es voraussichtlich zwei Südallianzen im Landkreis Landsberg geben. Foto: Schwaiger

Nach Denklingen hat nun auch Fuchstal ein größeres Waldgebiet für Windkraftanlagen ausgewiesen. Und davon können die Gemeinden Reichling sowie Vilgertshofen ebenfalls profitieren. Grund: Der Fuchstaler Rat sprach dafür aus, die beiden Kommunen mit in den Teilflächennutzungsplan für Windenergie aufzunehmen.

Der jüngst einstimmig beschlossene Teilflächennutzungsplan umfasst ein mehr als 200 Hektar großes Gebiet, das im Aschthaler Gemeinde- und im Staatswald liegt. Nur auf dieser Konzentrationsfläche dürften künftig Windkraftanlagen entstehen – für bis zu zwölf wäre in dem Waldgebiet Platz. Da Reichling und Vilgertshofen auch in den Teilflächennutzungsplan aufgenommen wer­- den sollen, dürfen auf deren Fluren keine Windräder aufgestellt werden - vorbehaltlich der Zustimmung des Reichlinger Gemeinderates, welcher am kommenden Montag darüber entscheiden wird. Doch die Reichlinger Räte hätten sich ja bereits im Vorfeld grundsätzlich für eine Zusammenarbeit mit anderen Südgemeinden entschieden, erklärte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Vilgertshofen hingegen hat der Südallianz bereits zugestimmt. „Wir wollen keine Verspargelung der Landschaft“, erklärte Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg auf Anfrage. „Wenn man von Landsberg nach Schongau fährt, sollten nicht auf der ganzen Breite überall lauter einzelne Windräder stehen.“ Des­- halb sei es auch zunächst im Gespräch gewesen, für den gesamten Landkreis Landsberg einen gemeinsamen Teilflächen­nutzungsplan zu erstellen. Wegen der Verbotszonen für die Bundeswehr im Norden und in der Mitte des Landkreises sei dann jedoch nur noch der Südenübrig geblieben. Und damit künftig nicht die Windkraftanlagen über den ganzen südlichen Landkreis verstreut sind, sollen die Anlagen nun alle in einem großen Waldgebiet konzentriert werden: Das von Fuchstal ausgewiesene Gebiet schließt direkt an die Fläche im Rotwald an, welche die Gemeinde Denklingen für Windkraft zur Verfügung stellt. Beide Gemeinden stellen zwar einen eigenen Teilflächennutzungsplan auf, doch Karg versichert, dass man sich abstimmen werde. Die übrigen Südgemeinden, Apfeldorf, Kinsau, Rott und Dießen, würden von Denklingen mit in den Flächennutzungsplan aufgenommen, teilte Karg mit. In Apfeldorf wollen die Räte schon am morgigen Donnerstag in einer außer­- ordentlichen Sitzung über die Aufnahme in den Denklinger Teilflächennutzungsplan befinden, gibt Bürgermeister Georg Epple vor. Bei einem „Ja“ wäre dann auch Apfeldorf Tabuzone für Windräder. Das für Windkraft ausgewiesene Gebiet in Fuchstal ist etwa fünf Kilometer von Leeder entfernt. Die Anlagen selbst wären von den nächsten Einzelhöfen rund 1,2 bis 1,5 Kilometer entfernt und sollen ausschließlich als Gemeinde- und Bürgeranlagen betrieben werden: „Die Wertschöpfung soll zu 100 Prozent vor Ort bleiben“, machte Karg deutlich. Die Ausweisung eines Gebietes im Flächennutzungsplan sei zwingend notwendig, da ansonsten Investoren, die auf anderen Flächen Vorhaben ver­- wirklichen wollten, „Tür und Tor offen stehen“ würde, erläuterte Karg. Die Gemeinden seien dazu verpflichtet, ausreichend Platz für die Windkraft zur Verfügung zu stellen. Tun sie dies nicht, können Investoren ihre Windräder an allen geeigneten Plätzen aufstellen, ohne dass die betreffende Gemeinde eine Handhabe dagegen hätte, weil es privilegierte Vorhaben sind.

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