Abenteuer "Tajik Rally"

Mit der alten Karosse um die halbe Welt

Mit ihrem Bus sind Thomas Wiest, Stefan Kukla, Simon Hoffmann, Patrick Siskov, Dominik Späth und Dominik Lutz jetzt vier Wochen lang mit der „Tajik Rally“ für einen guten Zweck unterwegs in Richtung Tadschikistan.

Landkreis – 10000 Kilometer, bis zu 4800 Höhenmeter und mindestens neun verschiedene Länder wollen sechs junge Männer aus dem Landkreis überwinden. Die Idee dahinter: Bei der „Tajik Rally 2013“ fahren insgesamt 25 Teams in alten Autos für den guten Zweck von München nach Tadschikistan.

Mit dabei ist das vierköpfige Landsberger Team „Die Bazis“ (der KREISBOTE berichtete). Auch der Kauferinger Stefan Kukla und der Fuchstaler Dominik Lutz sind mit ihrem Münchener Team „East Innovators“ am Sonntag Richtung Osten aufgebrochen. Das Besondere an ihrer Truppe: Teammitglied Thomas Wiest sitzt im Rollstuhl.

Relativ spontan haben sich Kukla, Lutz, Wiest und ihre drei Teamkollegen Dominik Späth, Simon Hoffmann und Patrick Siskov entschieden, bei der Tajik Rally mitzumachen. Dass Wiests Einschränkung für das Team allerdings kaum ein Problem darstellt, macht Stefan Kukla schon von Anfang an klar: „Wegen des Rollstuhls machen wir uns gar keinen Kopf!“ Schließlich wolle das Team „East Innovators“ mit der Teilnahme an der Rally nicht nur Geld für einen guten Zweck sammeln, sondern auch die Botschaft „Eurasien barrierefrei“ kommunizieren.

„Alleine könnte ich da nicht mitfahren“, betont Thomas Wiest, „aber irgendwie kriegen wir das schon gedeichselt.“ Er selbst sehe sich ohnehin nicht als eingeschränkt an, da Wiest schon von Geburt an im Rollstuhl sitzt. Kennengelernt haben sich die „East Innovators“ durch das Studium – sie studieren alle in München „Management sozialer Innovationen“ und wollen deswegen auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung fördern.

Zum dritten Mal veranstaltet The Adventure Manufactory aus München die Rally: Ohne feste Route, aber mit dem festem Ziel Hilfsprojekte und gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. Mindestens 750 Euro muss jedes Team in diesem Jahr für die „Hänsel und Gretel Stiftung“ und „Habitat for Humanity“ aufbringen. Die Spielregeln der Rally besagen, dass die Teams mit mindestens zehn Jahre alten Autos reisen müssen. Diese dürfen nicht mehr als 1000 Euro kosten und maximal 1,2 Liter Hubraum besitzen.

Während das Landsberger Team „Bazis“, bestehend aus Fabian Hauk, Stefan Knoll, Jonas Sirch und Markus Richter, mit einem alten VW Polo und einem Renault Twingo die 10000 Kilometer nach Duschanbe antritt, teilt sich das sechsköpfige Team um Stefan Kukla für die Reise einen T3-Bus von VW. Insgesamt 2700 Euro hat er gekostet – eine Sonderregelung für das Team, damit auch genügend Platz für den Rollstuhl ist.

„Dank unseres Sponsors MobiTEC haben wir im Bus sogar ein Handgasgerät, dann kann Thomas auch fahren“, erklärt der Kauferinger Stefan Kukla. In Duschanbe angekommen, werden die Fahrzeuge dann versteigert, so die Regeln. Die „East Innovators“ haben auch hier eine Ausnahme: „Wir dürfen unseren Bus an jemanden dort verschenken, der ihn wirklich braucht“, sagt Thomas Wiest.

Die größte Herausforderung für die sechs jungen Männer war es, Sponsoren zu finden. Erst letzte Woche ist dann der Bus endgültig fertig geworden: die Kauferinger Firma Solareus spendete eine kleine Solaranlage. „Mit dem Strom schonen wir unsere Batterie und können trotzdem zum Beispiel Wasser kochen oder Musik hören“, so Wiest. Auch die Bazis haben in den letzten Tagen noch Hand angelegt und ihre „Rally Boliden auf die Fahrt eingestellt“, berichtet Fabian Hauk.

Bei ihrer Motivation, sich zur Tajik Rally anzumelden, waren sich sowohl die „Bazis“ als auch Kuklas Team einig: Lust auf ein Abenteuer. „Die Mischung macht´s“, so Kukla. „Es geht natürlich um die Gaudi, aber auch der soziale Charakter steht im Vordergrund.“ Vier Wochen lang sind die Teams jetzt unterwegs, der Startschuss fiel am Sonntag in München. Die Strecke muss selbst geplant werden – nur mit Landkarten und Kompass.

Wie „Die Bazis“ und die „East Innovators“ bei der Rally vorankommen und welche Abenteuer sie erleben, teilen sie auf ihren Webseiten (über www.adventure-manufactory.de/teams) und im KREISBOTEN mit.

Janina Bauch

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