Hackschnitzelberg dank "Niklas"

+
Beachtliche Ausmaße: Das Zwischenlager für Hackschnitzel auf dem Bundeswehrgelände bei Dornstetten. Es wird im Winter und Frühjahr nach und nach abgetragen.

Unterdießen/Dornstetten – Es handelt sich um eine außergewöhnliche Aktion, die auf den Sturm Niklas Ende März zurückzuführen ist: Auf dem Bundeswehrgelände südlich Dornstetten ein Zwischenlager mit Holzschnitzeln errichtet worden, das wegen seiner Dimension in Südbayern einmalig sein dürfte. Im Oktober hat es vom Volumen her seine Spitze erreicht. Dort werden 30000 Schüttraummeter Material gelagert.

Der Berg mit den Hackschnitzeln entspricht der Menge von ungefähr 300 bis 400 Sattelaufliegern mit großen Containern. Das Material stammt aus Revieren, die zu den Betriebsstellen Landsberg und Oberammergau innerhalb des Unternehmens Bayerische Staatsforsten gehören. Diese sind im westlichen Oberbayern von den Sturmschäden besonders betroffen. Die weitaus größte Menge ist in einem Radius von 25 Kilometer im Staatswald aufgearbeitet worden. Vermarktet wird das Material an Biomasseheizkraftwerke und Biomassehöfe in der Region. 

Wegen eines groß dimensionierten Zwischenlagers haben die Bayerischen Staatsforsten und im Speziellen das Zentrum für Energieholz, das in Oberammergau angesiedelt ist, nach geeigneten Flächen in der Region Ausschau gehalten. Mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die für Bundeswehrgelände zuständig ist, traf man eine Vereinbarung zur Anmietung von befestigten Flächen auf dem zur ehemaligen Lechrainkaserne gehörenden Areal. 

Bescheid weiß man über diese temporäre Lösung auch bei der Gemeinde Unterdießen. Auf dem Areal der Kaserne bestünde laut Vereinbarung gar die Möglichkeit, bis zu 120000 Kubikmeter Hackschnitzel vorübergehend zu lagern. Bis Mitte 2016 müsse der Berg wieder komplett abgetragen werden. 

Forstbetriebsleiter Markus Achhammer vom Zentrum für Energieholz (ZFE) in Oberammergau – es gehört zu den Bayerischen Staatsforsten – berichtet davon, dass nach dem Sturm in besonders betroffenen Revieren wie Böbing, Peiting, Wessobrunn, Thaining bis hinüber zum Sachsenrieder Forst „tüchtig und schnell“ auch Energieholz aufgearbeitet wurde. Das Material, das vor Ort gehäckselt wird, sei mit großen Lkw-Containern zum Zwischenlager bei Dorn­stetten gebracht worden. Teleskoplader mit langen Auslegern haben das Material bis zu einer Höhe von über zehn Metern aufgeschichtet. 

„Die Spitze ist erreicht“, bekundet Markus Achhammer und meint damit, dass mit Beginn der Heizperiode der große Berg nach und nach schrumpfen wird. Kondensationsschwaden bilden sich jetzt über dem Haufen, der am Fuß von Rundholz eingefasst wird. Sie sind Zeichen für einen Umbauprozess im Inneren des Hackschnitzellagers. Der Wassergehalt be- trägt zirka 30 Prozent. 

Als Zielgröße für ein Zwischenlager sollen, wie es in einer Information des ZFE heißt, mindestens 1000 Quadratmeter Fläche für die Lagerung von zirka 2000 Schüttraummeter Hackschnitzel angestrebt werden. Dass auf dem Kasernengelände bei Dornstetten bis Oktober 15mal so viel Material angeliefert und aufgeschichtet wurde, zeigt die Dimension dieses Lagers auf, das mit Blick auf den Winter den großen Vorteil hat, so nah und ohne eine Steigung an der Bundesstraße 17 zu liegen.

Johannes Jais

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare