Adventskalender am Ballenhaus

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Bislang nur eine Fotomontage: Der Adventskalender am Ballenhaus.

Schongau – Eine Attraktion soll er werden und nebenbei neue Kunden anlocken. Doch nicht jeder ist glücklich über das Vorhaben der Werbegemeinschaft, am Ballenhaus einen riesigen Advents-kalender aufzuhängen.

Die öffentliche Bauausschusssitzung war eigentlich schon vorüber, als Heini Forster (SPD) das Wort ergriff. Mehrere Leute hätten ihn auf den geplanten Adventskalender angesprochen und das Vorhaben kritisiert, wandte er sich an Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl. Doch der blockte den Einwurf kurzerhand ab. Er habe den Adventskalender bereits genehmigt, erklärte er. „Sonst wird uns wieder vorgeworfen, wir verhindern alles.“ Damit war das Thema für das Stadtoberhaupt erledigt. 

Dass Gerbl nicht weiter darauf einging, dürfte besonders Bettina Buresch gewurmt haben. Die ALS-Stadträtin, die nicht im Bauausschuss sitzt, war extra zur Sitzung gekommen, nachdem sie zuvor den Rathauschef in einem Brief aufgefordert hatte, das Vorhaben im Bauausschuss öffentlich zu diskutieren. In ihrem Schreiben warnt sie vor „bislang nicht realisierten Konsequenzen“ der „scheinbar harmlosen Werbeaktion“. 

Buresch: „Wir versuchen uns stets gegen die Verunstaltungen einer Schwarz Außenwerbung zu wehren und kritisieren seit Jahren die rücksichtslose Art und Weise, in der Herr Repper ein schmales Altstadthaus magentafarbig dekoriert. Die Stadt macht sich mit der Genehmigung einer gigantischen roten Plastikkonstruktion am zentralen historischen Gebäude unglaubwürdig.“ Gerade das Ballenhaus zur Kulisse für Werbeaktionen zu degradieren, es als Baukörper optisch zu zerstören in einer Zeit, in der Besucher nach Schongau kämen, um sein unverfälschtes historisches Stadtbild zu genießen, hält sie für kontraproduktiv. 

Man mag Bureschs Argumentation folgen oder nicht: Das Vorgehen der Stadt wirft tatsächlich einige Fragen auf. So wusste das Bauamt bis zuletzt nichts von der geplanten Werbeanlage, wie Michael Wölfle auf Nachfrage des KREISBOTEN bestätigt. Und auch beim Landratsamt hat man aus der Zeitung davon erfahren, dabei fällt das Ballenhaus als denkmalgeschütztes Gebäude in den Zuständigkeitsbereich der unteren Denkmalschutzbehörde. Ob eine derartige Werbeanlage überhaupt zulässig sei, „wäre zu prüfen“, sagt Friedrich von der Mülbe, Abteilungsleiter Bau und Umwelt. Gerbl will deshalb in der nächsten Woche das Gespräch mit der Behörde suchen.

Christoph Peters

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