Bundesumweltminister Peter Altmaier auf Wahlkampftour in Peiting

Verständnis und aufmunternde Worte

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Passend zum Dirndl der stellvertretenden Landrätin Andrea Jochner Weiß (li. außen) hat Peter Altmaier eine grüne Krawatte angelegt. Auf dem Foto v.li. Alexander Dobrindt, Harald Kühn (dahinter, Landrat Garmisch Partenkirchen), Peter Altmaier, Peter Ostenrieder und Alexandra Langer vor dem Einzug in die Schlossberghalle.

Peiting – Wir sind in Woche sechs vor der Bundestagswahl, in Woche fünf, geht es nach der Bayernwahl. Die ersten Wahlplakate hängen, und die Parteien sind in Wahlkampfstimmung. Da macht die CSU keine Ausnahme.

In Peiting konnte sie den „Herrn der Energiewende“ als Referenten gewinnen. Aber Peter Altmaier lobt auch das Bier, das er kredenzt bekommt, als Botschafter des schäumenden Gerstensaftes. Und er hat ein paar aufmunternde Worte im Gepäck für Milchbauern, „Windfarmer“ und die politische Konkurrenz in Grün.

Das Achtuhrläuten ist gerade vorüber, als die schwarze Limousine um die Ecke biegt. Peter Altmaier, im Sakko, weißes Hemd und grüne Krawatte, erscheint in der Tür, die der Personenschützer öffnet. Die Krawatte habe er, wie er kurz darauf scherzend meint, passend zum Dirndl der stellvertretenden Landrätin Andrea Jochner Weiß angelegt.

Alexander Dobrindt, der Altmaier zum Kommen bewegt hat, begrüßt den Bundestagskollegen aus dem Saarland. Und eine schwarz-rot-goldene Kuh – Symbol des BDM, dessen Kreisvertreter Altmaier zwar herzlich, aber mit einem Anliegen willkommen heißen. Es geht um die Energie- und Futterpflanzen, denn die Milchbauern, so die BDM-Sprecher, darunter auch Anton Brennauer und Bruno Schelle, bekämen zunehmend Probleme. Immer mehr Mais werde als Energiepflanze verkauft, wo doch auch die Milchbauern die Futterpflanze zu erschwinglichen Preisen benötigen. „Die Kosten explodieren“, klagen die BDM-Vertreter.

Er sei auf ihrer Seite, versichert Altmaier und schlägt vor, doch verstärkt auf Biogas aus Gülle zu setzen, wie er es eben in Borken habe besichtigen können, wo eine hochmoderne Biogasanlage Energie erzeugt. Auch zum Thema Bestandschutz für 100-jährige Güllegruben findet der Politiker aus Berlin noch passende Worte, ehe es weiter geht.

Zu den Klängen des bayerischen Defiliermarsches hält Altmaier, unter dem Beifall der Anwesenden, Einzug in die Schlossberghalle. Wo neben den Direkt- und Listenkandidaten für den Landtag auch „der blaue Chef der Grünen“ (Dobrindts Anspielung auf das T-Shirt von Thomas Elste) und zahlreiche Bürger auf den Bundesumweltminister warten. Dobrindt stellte Altmaier als „Herrn der Energiewende“ vor, dem damit eine große Verantwortung zugeteilt werde. Aber, so Dobrindt, sein Bundestagskollege sei auch hier, weil er als Botschafter des Bieres das Gute zu schätzen wisse – und überreicht ihm das versprochene Geschenk: eine maßgeschneiderte Krachlederne für den Bundesminister.

Seit zehn Tagen ist Altmaier auf Wahlkampftour, 30 Auftritte hat er schon hinter sich und die Stimme ist leicht angegriffen. Davon lässt er sich aber nicht beirren, zum Lob fürs Peitinger Bier und den „Bayerischen Weg“ reicht‘s allemal, auch dass sich die „großen Bundesländer“ (Bayern und das Saarland) gegenseitig unterstützen sollten.

Knapp 50 Minuten spricht der Minister auf der Bühne, ehe er sich wieder unters Volk mischt und sich deren Sorgen anhört. Wie etwa die der Windenergie-Vertreter. Peter Krecu und Franz Schwaiger von „Bürgerwind Pfaffenwinkel“ wünschen sich strukturelle Sicher- heit von der Bundespolitik für die Windkraft: differenzierte Einspeisevergütungen („mehr, wo weniger Wind weht“), eine Besserstellung von Bürgeranlagen im Vergleich zur Industrie. Vor allem aber eine klare Ansage über die Abstandsflächen.

„Baut so schnell wie möglich“, sei der Rat an sie gewesen, so Krecu hernach. In- zwischen gibt nämlich die Wildsteiger Musik wieder den Takt vor und es wird schwieriger, das Ohr des Umweltministers zu erreichen. Immerhin hat er noch einen Proviantkorb mitbekommen, sodass er nicht gleich am nächsten Rastplatz wieder rausfahren muss. Und damit verschwindet die schwarze Limousine wieder in der Peitinger Sommernacht.

Von Oliver Sommer

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