Praxis in der Schongauer Altstadt expandiert

Aus Wohnhaus wird Hausärzte-Zentrum

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So soll das neue Ärztehaus einmal aussehen. Neu ist der flache Anbau im Süden sowie der zweigeschossige Erker und der verlegte Eingang sowie der zurückversetzte Zaun.

Schongau – Für die Schongauer Altstadt ist es eine gute Nachricht: In der Liedlstraße soll ein neues Ärztehaus entstehen. Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die dafür nötigen Befreiungen erteilt.

Treibende Kraft hinter den Plänen für das über 100 Jahre alte Gebäude mit der Hausnummer 14, das früher die Käsehandlung Epple beherbergte, ist Martin Kayser. Der Allgemeinarzt betreibt seine Praxis bislang nur wenige Häuser weiter in der Liedlstraße 6. Doch dort reicht der Platz aufgrund der steigenden Nachfrage nicht mehr aus. Derzeit behandeln Kayser und seine Kollegen rund 115 Patienten pro Tag. 

Dass der Hausarzt seine neue Praxis ebenfalls in der Altstadt und nicht vor deren Toren einrichten will, kam im Bauausschuss verständlicherweise gut an. „Das ist ein tolles Vorhaben und sehr wichtig für die Altstadt“, kommentierte Bürgermeister Falk Sluyterman die Pläne. Cornelia Funke (CSU) freute, dass eine Allgemeinarztpraxis der Altstadt nicht nur erhalten bleibe, sondern auch noch expandiere. 

Bevor die Praxis, in der künftig bis zu fünf Ärzte arbeiten sollen, die neuen Räume beziehen kann, wird freilich noch eine Weile vergehen. Denn das Gebäude muss für die geplante Nutzung kräftig umgebaut werden. Gerade im sensiblen Altstadt-Ensemble ist das gar nicht so einfach. Allein die Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege habe über ein Jahr gedauert, berichtete Stadtbaumeister Ulrich Knecht, ehe er genauer auf das Vorhaben einging. 

So soll der bislang vorhandene eingeschossige Erker abgerissen und durch einen zweigeschossigen Vorbau ersetzt werden. Im Garten plant Architekt Horst Hafenmayer einen flachen Anbau für zusätzliche barrierefreie Praxiasräume. Der usprüngliche Eingang von der Straße wird zurückgebaut und ein neuer barriefreier Zugang mit Automatiktür im Süden geschaffen. Auf dem Grundstück sollen zudem eigene Parkplätze entstehen. Der Zaun wird dafür zurückgesetzt. 

Zuletzt wurde das Haus in der Liedlstraße 14 als Wohngebäude genutzt. Zuvor war dort die Käserei Epple untergebracht. Martin Kayser will es jetzt zur Allgemeinarztpraxis umbauen.

Damit die umfangreichen Maßnahmen umgesetzt werden können, musste der Bauausschuss insgesamt sieben Befreiungen vom Bebauungsplan erteilen. Betroffen war zum einen der Anbau. Dieser überschreitet die Baugrenzen. Außerdem enspricht die Dachneigung mit 15 Grad nicht den Vorgaben, gleiches gilt für die Eindeckung. 

Hinzu kommt, dass die Geschossflächenzahl leicht überschritten wird und auch die Dachfenster sollen größer ausfallen als eigentlich erlaubt. Statt des vorgesehenen großen Laubbaums sollen zudem drei kleinere gepflanzt werden. Ebenfalls eine Befreiung benötigt die Automatiktür. 

All das stellte in Knechts Augen jedoch kein großes Problem dar. „Damit können wir problemlos leben“, urteilte der Stadtbaumeister. 

Das sahen auch die Bauausschussmitglieder so. „Ein äuerßst gelungener Entwurf“, lobte etwa Martin Schwarz (SPD). Helmut Hunger (CSU) wollte noch wissen, ob bereits mit den Nachbarn gesprochen worden sei. Der Prozess laufe, versicherte Knecht, sei aber aufgrund der großen umliegenden Wohnblöcke nicht ganz einfach. 

Nur Bettina Buresch (ALS) konnte sich mit dem Anbau „schwer anfreunden“. Dieser wirke eher wie ein Provisorium und sei nicht altstadt-typisch, kritisierte sie. „Ich bin dagegen, etwas nachzumachen“, hielt ihr Knecht entgegen. „Man sollte schon deutlich zeigen, dass etwas neu ist.“ 

Schließlich lenkte auch die ALS-Stadträtin ein und stimmte den Befreiungen wie die übrigen Gremiumsmitglieder zu.

Christoph Peters

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