Schongau will Hotspots einrichten

In der Altstadt kostenlos per WLAN ins Netz

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Per WLAN ins Internet: Am Marienplatz in Schongau soll das bald für jeden möglich sein.

Schongau – Wer mit dem Handy in der Schongauer Altstadt ins Internet will, ist bislang auf das Mobilfunknetz angewiesen. Das soll sich jetzt ändern: Am Dienstag folgte der Stadtrat einem Antrag der Arbeitsgruppe „Schongau belebt“, die sich darin für einen öffentlichen Online-Zugang per WLAN stark gemacht hatte.

In immer mehr Städten gibt es sie bereits. Sogenannte Hotspots, die Handynutzern einen kostenfreien Weg ins Internet ermöglichen. Um Schongau für Einheimische als auch Touristen attraktiver zu machen, sei die Einrichtung eines solchen Zugangs auch in der Lechstadt unausweichlich, schreiben die Initiatoren von „Schongau belebt“ in ihrem Antrag. 

Als Standort eigne sich ihrer Meinung nach besonders der Bereich des Marienplatzes sowie der südlichen Münzstraße vor dem Rathaus. Eine kostenlose Internetverbindung bringe viele Vorteile, sind sich die Antragsteller sicher. So lade sie zum Verweilen auf dem Marienplatz ein und sei ein „toller Service für Touristen und Bürger“. Auch die Stadt profitiere davon, indem sie sich auf der Startseite vorstellen und dort etwa auf den Cityguide verlinken könne. 

Bei der Stadt hatte sich Thomas Gebhard mit dem Antrag beschäftigt. Der EDV-Experte berichtete, dass mittlerweile zehn von 47 befragten bayerischen Kommunen kostenfreies WLAN anbieten, in fünf weiteren laufen die Planungen. Gebhard verwies in diesem Zug darauf, dass es in Schongau bereits einen drahtlosen Internetzugang von Kabel Deutschland am Lindenplatz gebe, der allerdings mit schlechtem Empfang zu kämpfen habe und dazu nicht kostenlos sei.

Neben Kabel Deutschland seien von den befragten Kommunen noch zwei weitere Anbieter genannt worden, erklärte Gebhard. Bei der Telekom koste ein öffentlicher WLAN-Zugang 100 Euro pro Monat inklusive Hardware. Die Nutzer könnten diesen 60 Minuten pro Tag kostenfrei nutzen. Bei der Firma Hotsplots beliefen sich die Kosten auf 20 Euro pro Monat. Hier käme allerdings noch der DSL-Anschluss in Höhe von 59 Euro hinzu. Auch hier sei die Nutzungsdauer auf 60 Minuten pro Tag und Gerät begrenzt. 

Auch über die nötigen Baumaßnahmen hatte sich Gebhardt schlau gemacht. Damit die gewünschte Abdeckung erreicht werden könne, müsse zusätzlich zum Standort am Ballenhaus eine zweite Antenne am Rathaus installiert werden. Da beim Umbau des Marienplatzes bereits Leerrohre verlegt worden seien, sei lediglich noch die Verbindung von der Kreuzung Münz-/Weinstraße zum Rathaus offen, erläuterte er. 

Um diese zu schließen, wären Erdarbeiten und der Durchbruch durch die Kellerwand des Rathauses erforderlich. Hauptamtsleiter Bernd Liebermann fügte noch an, darauf zu achten, dass die Stadt von der Betreiberfirma von der Haftung freigestellt werde.

Bürgermeister Falk Sluyterman zeigte sich vom vorgebrachten Vorschlag mehr als angetan. „Das ist wieder ein kleiner Baustein für die Belebung der Altstadt“, fand er. Und auch bei den Stadträten stieß die Idee auf fast uneingeschränkte Zustimmung. „Die Versorgung mit mobilem Internet in der Altstadt ist nicht besonders gut, daher kann ich das nur befürworten“, sagte Stefan Konrad (SPD). Für Touristen sei ein Hotspot ebenfalls eine gute Sache. 

Nur Siegfried Müller (ALS) stellte sich quer. „Ich bin gegen weitere strahlende Geräte.“ Gegen zwei Stimmen segnete das Gremium die Hotspot-Einrichtung ab. 

Christoph Peters

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