Ausbildung attraktiver machen – Lehrer und Fachleute beraten über Zukunft der Hauswirtschaft

Fachleute und Lehrer diskutierten über die Zukunft der Ausbildung zur Hauswirtschafterin. Vo.re.: Schulleiter Thomas Schütz. Hi.li.: Landesbäuerin Annemarie Biechl. Foto: Jungwirth

Wie kann die Ausbildung zur Hauswirtschafterin attraktiver gestaltet werden? Über dieses Thema diskutierten Fachleute und Lehrer im Beruflichen Schulzentrum Schongau. Am runden Tisch saßen neben Vertretern verschiedener Ämter auch die für den Praxisunterricht verantwortlichen Hauswirtschaftsmeisterinnen, die Kreisbäuerin aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Christine Singer, sowie Landesbäuerin und Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl.

Letztere ist ausgebildete Hauswirtschafterin und hat als Meisterin selbst über Jahre hinweg angehende Hauswirtschafterinnen ausgebildet. „Die Hauswirtschaft liegt mir sehr am Herzen“, gestand Biechl. Doch mit den Schülerzahlen in diesem Beruf geht es seit Jahren bergab. Was aber kann getan werden, um wieder mehr Attraktivität in dieses Berufssegment zu bekommen? Ein Schritt ist bereits vollzogen worden, wie Berufsschulleiter Thomas Schütz erörterte: „Der Begriff der Hauswirtschafterin klingt sehr altbacken. Ab Herbst lautet die Berufsbezeichnung deshalb ‚Assistentin für Ernährung und Versorgung’“. Doch damit nicht genug. Derzeit, so legte Berufsschullehrerin Annemarie Fitzner-Bombosch dar, liefen in Bayern verschiedene Modellversuche mit dem Ziel, die Ausbildung noch effizienter und gleichzeitig durchlässiger zu machen. Denn bisher gibt es zwischen der dualen und der schulischen Ausbildung nur wenige Schnittmengen. Und auch das unterschiedliche Vorbildungsniveau, sprich, ob die Schüler bereits die Mittlere Reife besitzen, soll stärker berücksichtigt werden. Wohin genau sich die Ausbildung orientieren wird, ist noch nicht völlig klar. „Wir müssen die beste Lösung für alle finden“, stellte die Landesbäuerin Annemarie Biechl klar, und dass die Hauswirtschaft an einer Novellierung nicht vorbei komme. Zugleich unterstrich die Landesbäuerin, dass sie sich sowohl auf Landesebene als auch bei den verschiedenen Verbänden für die Hauswirtschaft stark machen werde. Lobende Worte für die Ausbildung an der Schongauer Schule fand Gertrud Rößle aus Hohenpeißenberg. Die Hauswirtschaftsmeisterin betreut als Praktikumsgeberin angehende Hauswirtschafterinnen. „Die Schule stellt immer wieder aktuelle Bezüge her“, sagte sie. Doch wo der Ausbildungsschwerpunkt zukünftig liegen wird, konnte trotz dreistündiger Diskussion nur ansatzweise bestimmt werden. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Schongauer Region stärker berücksichtigt werden müsse. Zudem, so die Meinung der Teil- nehmer, müssten die Grundversorgung und die Betreuung sowie die Gastronomie und der Tourismus als wichtige Wahlbausteine in die Ausbildung in Schongau integriert werden. Aber auch die Betreuung privater Haushalte dürfe nicht außer Acht gelassen werden, so der allgemeine Tenor. Eine weitere Gesprächsrunde ist für den Frühsommer geplant. agj

Meistgelesene Artikel

Hauptabteilung statt Belegärzte

Schongau – Im zweiten Jahr in Folge sind in Schongau mehr als 400 Babys geboren worden. Eine beachtliche Zahl für eine so kleine Klinik. Doch trotz …
Hauptabteilung statt Belegärzte

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Schongau – In Schongau hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Der traditionelle Inthronisationsball war wie immer ein Riesenerfolg. Und doch war …
Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Kommentare