Die besondere Ware Strom – LEW-Vorstand hält Vortrag zum Thema "Elektrizität"

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ANTON JUNGWIRTH; Schongau – In die komplexe Materie „Strom“ führte Paul Waning, Technischer Vorstand der Lechwerke AG Augsburg, bei seinem Vortrag ein, den er auf Einladung des Informationskreises der Wirtschaft im Ballenhaus hielt. Neben der Stromerzeugung und der Netzbetreibung warf der Fachmann auch einen Blick auf regenerative Energien und den Strompreis. „Auch für die Zukunft sehe ich die Strompreise weiter ansteigen“, bekräftigte der Referent, der dafür gleich mehrere Ursachen nannte: Staatliche Einflüsse wie die Steuern ebenso wie die staatliche Umlage auf die Stromkosten für regenerative Energien, aber auch steigende Rohstoffkosten. Denn noch immer wird Strom in konventionellen Braun- kohle-, Kernkraft- und Steinkohlewerken hergestellt, die zusammen knapp 70 Prozent der in Deutschland benötigten Elektrizität liefern. Der Anteil an erneuerbaren Energien, also Wind-, Wasser- und Photovoltaikanlagen, bringen es zur Zeit auf 16 Prozent – Tendenz weiter steigend. Doch es wird noch einige Zeit dauern, bis diese regenerativen Energien so sicher Strom liefern, dass die konventionellen Kraftwerke endgültig ausgemustert werden können. Denn noch ist es nicht möglich, den durch Wind und Sonne erzeugten Strom dauerhaft zu speichern. Doch der Wind beispielsweise weht an gewissen Tagen und treibt dann das Windrad an. An windstillen Tagen indes steht es still. Der Strom wird allerdings auch dann benötigt. „Deshalb brauchen wir eine sichere, stetige Energieversorgung“, unterstrich der Ingenieur und verwies darauf, dass den meisten Kunden gar nicht klar ist, wie schwer die Ware Strom „händelbar“ ist, da sie zum einen schlecht speicherfähig ist und zum anderen immer „just in time“ verfügbar sein muss. „Der Kunde steckt den Netzstecker in die Dose und erwartet, dass das Gerät läuft“. Für die Zukunft braucht es, so der Experte, „intelligente Netze“. Moderne Computer regeln in Zukunft den individuellen Stromverbrauch der Kunden, steuern die Haushaltsgeräte und ermöglichen es, dass beispielsweise überschüssige Energie, die das Elektroauto erzeugt hat, wieder in das Netz eingespeist wird. Weltweit, so die Aussage des Fachmanns, wird der Strombedarf bis zum Jahre 2030 um 75 Prozent ansteigen. Schon heute ist der Strommarkt internationalisiert. Vor allem der stetig ansteigende CO2-Ausstoß, der bei der Umwandlung von fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Öl in Strom entsteht, wird das globale Klima weiterhin belasten. Und eine Antwort auf den Klimawandel kann nur global gefunden werden, so der Fachmann.

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