Bikepark für Schongau

Spaß auf zwei Rädern

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So könnte der Bikepark in Schongau aussehen.

Schongau – Ein Skaterpark ist nach wie vor nicht in Sicht, doch dafür rückt der Bikepark an der Schärflshalde in greifbare Nähe. In seiner jüngsten Sitzung hat der Bauausschuss beschlossen, die Planung für das Areal voranzutreiben. Im besten Fall könnten schon im Frühjahr die Bagger anrollen. 

Ein erstes Konzept, wie der Bikepark einmal aussehen könnte, gibt es bereits. Entwickelt hat es Joscha Forstreuter, der als Trailbau-Experte schon für mehrere solcher Anlagen in deutschen Städten, darunter München, verantwortlich zeichnet. Das Gelände an der Schärflshalde hinter dem Freizeitbad Plantsch und dem Eisstadion bietet laut dem Experten mit seinen Höhenunterschieden und bereits natürlich vorhandenen Terrassen „sehr gute Voraussetzungen“. 

Gleich sechs unterschiedliche Mountainbike-Strecken verschiedener Schwierigkeitsgrade lassen sich seiner Meinung nach dort realisieren. Dazu gehören ein Pumptrack samt spezieller Variante für Kleinkinder, eine Dirtjump-Area, eine Cross Country- und eine Funcross-Strecke, sowie eine Skills-Area. Nicht nur Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl kamen die „vielen englischen Fachbegriffe“ wie böhmische Dörfer vor, weshalb Bauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus, der das Konzept dem Bauausschuss vorstellte, gleich die Erläuterungen Forstreuters mitlieferte. 

Beim Pumptrack handelt es sich demnach um einen anfängerfreundlichen Rundkurs in flachem Gelände mit 0,5 bis einem Meter hohen Wellen. Die Kids-Variante ist bereits für Kinder ab zwei Jahren mit Laufrädern ausgelegt. Die Funcross-Abfahrtsstrecke soll den gesamten Höhenunterschied der Schärflshalde nutzen und ist mit ihren Sprüngen und Steilkurven für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. 

An alle, die mit ihren Rädern lieber akrobatisch durch die Luft fliegen wollen, richtet sich die Dirtjump-Area, die aus Sprunghügeln unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade besteht. Die Cross Country-Strecke könnte bergab und bergauf rund um das gesamte Gelände führen, wobei der Fokus laut Forstreuter auf Ausdauer und Technik liegt. Sie eigne sich daher besonders als Trainingsstrecke für Radsportvereine. Für alle, die an den Grundtechniken des Mountainbikens arbeiten wollen, ist die Skill-Area mit ihren verschiedenen Balance-Hindernissen gedacht. 

Hinzu kommt laut den Planungen ein Aufenthaltsbereich mit SItzgelegenheiten, Fahrradständern, Grillplatz und Abfalleimer. Die Herstellungskosten für das Gesamtpaket bezifferte Blockhaus auf rund 150000 bis 180000 Euro.

Bei den Stadträten kamen die vorgestellten Planungen überwiegend gut an. Vor allem Jugendreferentin Ilona Böse plädierte eindringlich für den Bau. Sie erinnerte noch einmal daran, dass die Stadt bei den Jugendlichen in der Pflicht stehe. Schließlich habe man versprochen, die durch den Verkauf des Bolzplatzgeländes an der Marktoberdorfer Straße erlöste Summe von 150000 Euro in eine Alternative zu iestieren. „Wenn wir schon für den Skaterpark keinen geeigneten Platz finden, sollten wir wenigstens den Bike-Park umsetzen“, forderte sie. Hier sei das Geld zudem gut investiert, spreche dieser doch einen großen Personenkreis an. 

Auch mit den Schulen hat die Jugendreferentin schon gesprochen, die Resonanz sei positiv. „Die Schüler sind wild drauf.“ Böse warb in diesem Zug dafür, die Vereine ebenfalls ins Boot zu holen. Diese könnten „ein Auge auf die Anlage werfen“. Michael Motz (UWV) schlug vor, die Übungsleiter gleich in die Planung mit einzubeziehen. Peter Blüml (CSU) wollte wissen, wie viel Mehraufwand eine Aufteilung auf zwei Bauabschnitte bedeute, falls man nicht alles auf einmal realisieren wolle. „Das würde deutlich teurer werden“, antwortete Blockhaus, womit diese Variante vom Tisch war. 

Einzig Paul Huber gab den Spielverderber. „Wir planen und planen und am Ende ist kein Geld da, um es zu realisieren“, kritisierte der CSU-Stadtrat. Er habe längst den Überblick verloren, welche Projekte in der Planung seien. „Wir brauchen endlich eine Prioritätenliste.“ Stephan Hild (UWV) gab Huber Recht, dass „der Überblick fehlt“. Doch am Bike-Park wollte er deswegen nicht rütteln. Man stehe bei den Kindern und Jugendlichen in der Pflicht“, sagte er. „Wir haben es viele Jahre nicht geschafft, etwas zu tun.“ 

Diese Sichtweise setzte sich im Gremium letztendlich durch. Gegen Hubers Stimme votierte der Ausschuss dafür, die Detailplanung für den Bike-Park zu beauftragen. Steht diese, könnten laut Blockhaus schon im Frühjahr die Bagger an der Schärflshalde anrollen. Die Bauzeit beträgt rund sechs bis acht Wochen.

Christoph Peters

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