Breitbandausbau in Peiting

Schnelles Internet bis zum letzten Hof

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Symbolfoto

Peiting – Bis März 2017 wird über die Deutsche Telekom der Breitbandausbau in weiten Bereichen der Marktgemeinde Peiting erfolgen, so dass mehreren tausend Nutzern in Firmen und privaten Wohnungen schnelles Internet zur Verfügung steht. Im Anschluss soll in einer zweiten Maßnahme dafür gesorgt werden, dass in der flächengrößten Gemeinde des Landkreises sogar alle Weiler, ja sogar entlegene Höfe aufs schnelle Internet Zugriff haben - falls es denn gewünscht wird.

 Zum Ausbau der Breitverbandversorgung in Peiting sind nur zwei Angebote eingegangen, wie Karl Manstorfer vom Planungsbüro IK-T aus Regensburg im Gemeinderat erklärte. Diese kamen von der Telekom Deutschland und von Vodafone Kabel Deutschland. Die Angebote wurden geprüft und nach Kriterien bewertet, wie sie das Breitband-Förderprogramm vorsieht.

Die Telekom hatte das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Eine große Mehrheit im Gemeinderat – die einzige Gegenstimme kam von Thomas Elste (Die Grünen) – fasste den Beschluss, den Ausbau der Breitbandversorgung an die Telekom zu vergeben. Weil’s nur zwei Angebote waren, muss die Entscheidung noch einmal formell geprüft werden. Das sei aber „mehr oder weniger Formsache“, kommentierte Manstorfer im Gemeinderat.

Zu den Kosten: Diese betragen 474 000 Euro. Dabei muss die Gemeinde selbst 142 000 Euro aufwenden. Der staatliche Zuschuss aus einem Fördertopf des Freistaates Bayern macht mehr als zwei Drittel der Summe aus. Manstorfer blickte voraus, dass für einen weiteren „Durchlauf“ zur Erschließung in der Fläche nochmals ein Paket von 580 000 Euro geschnürt werden könne.

Dabei verwies er auf das Förderprogramm, das die Bundesregierung im Herbst 2015 aufgelegt hat, um die Digitalisierung in der Fläche voranzubringen. Aus diesem könne Peiting Mittel für Planung und Beratung beantragen. Dabei handle es sich um eine Summe von 50 000 Euro.

Dies sei die Voraussetzung für den Einstieg in die zweite Maßnahme, bei der mit einer Co-Finanzierung des Bundes und des Freistaats Bayern gerechnet werden könne und die im Schwerpunkt die Außenbereiche von Peiting mit Glasfaser versorgen soll. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Ortsteile wie etwa Ramsau, Kurzenried oder Hausen gegenüber dem Ort selbst einen Vorteil haben. In den Weilern gibt es keine Kabelverzweiger mit Kupferleitungen auf den letzten Metern. Es werden konsequent Glasfaserkabel bis zum Grundstück verlegt.

In einer intensiven Diskussion kommentierte Herbert Salzmann von der SPD-Fraktion, das Ergebnis der Ausschreibung sei günstig und hätte „alles überboten, was wir uns erhofft haben.“ Man könne guter Hoffnung sein, „dass wir den Vollausbau hinkriegen“. Peter Ostenrieder (CSU), betonte die angestrebte „flächendeckende Erschließung“ bis zum letzten Hof.

Zudem verwies er auf die Prämisse im Gemeinderat, dass ein Ausbau per Kabel – ob Kupfer oder Glasfaser – immer einer Lösung per Funk vorgezogen werde. Ostenrieder fügte hinzu, man dürfe ein Kupferkabel „auf dem letzten Stück“ vom Verteiler ins Haus nicht als Versorgung „zweiter Klasse“ bewerten. Dabei verwies er auf Birkland, wo im Download schon Raten von 50 Megabit pro Sekunde möglich seien – und dies mit Kupferkabel.

Thomas Elste kann sich dagegen eine Lösung per Funk im Außenbereich durchaus vorstellen. Damit vertritt er auch eine konträre Ansicht zur Meinung des Peitinger Kreisrats Hans Schütz (Grünen-Fraktion). Sein Nein begründete Elste damit, dass der Hauptort Peiting auf Jahre hinaus „mit veralteter Kupfertechnik“ auskommen müsse.

Er halte es für falsch, dass die Telekom Geld dafür bekomme, dass sie ein bereits abgeschriebenes Leitungsnetz ertüchtige. Die Weiler hingegen bekämen bei vergleichbar hohen Investitionen des Staates und der Gemeinde eine Glasfasertechnik, die jederzeit ausbaufähig sei und beim Herunterladen bald Datenvolumen bis 400 Megabit pro Sekunde ermögliche.

Johannes Jais

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