Deutliche Mehrheit stimmt für Ja

Bürgerentscheid in Böbing: Weiter im Dialog

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Mobilfunk-Antennen auf privaten Gebäuden sind keine Seltenheit. In Böbing sehen die Bürger derlei Anlagen skeptisch.

Böbing – Der geplante neue Mobilfunkmast der Telekom hat in Böbing in den vergangenen Monaten für Aufregung gesorgt. Am Sonntag waren die Böbinger aufgerufen, über das weitere Vorgehen bei der Standortsuche abzustimmen. Der Bürgerentscheid endete mit einem deutlichen Ergebnis.

Im Dezember hatte der Gemeinderat beschlossen, die Bürger per Ratsbegehren mit ins Boot zu holen. Sie sollten entscheiden, ob die Gemeinde das Dialogverfahren mit der Telekom weiterführen soll, was bedeutet, dass man bei bei der Standortsuche für den geplanten Mobilfunkmast mitreden kann. 

„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Böbing das mit der Telekom eingeleitete Dialogverfahren zur Standortsuche für einen Mobilfunkmasten weiterführt und – sofern dieser eingeschlagene Weg zu keinem Ergebnis führt – sich die Gemeinde mit den Mitteln der Bauleitplanung auf die Suche nach einem Standort für Mobilfunkmasten im Außenbereich des Gemeindegebietes begibt?“ lautete die Fragestellung beim Bürgerentscheid am Sonntag. Die Antwort der Böbinger fiel deutlich aus. 

95,9 Prozent kreuzten Ja an. Nur 28 stimmten dagegen. Besonders freute Bürgermeister Peter Erhard die hohe Wahlbeteiligung von rund 49 Prozent. „Das hat man ja nichtmal bei der Europawahl“, stellte er zufrieden fest. „Das bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ 

Verhindern kann die Gemeinde den Bau der privilegierten Anlage zwar nicht. Doch gerade deswegen sei es wichtig, dass man bei der Standortsuche eingebunden werde, so der Bürgermeister. „Sonst geht es uns wie vielen anderen Gemeinden, wo die Masten auf privaten Gebäuden mitten im Dorf stehen.“ 

Zehn mögliche Standorte hat die Gemeinde bereits durch das Umweltinstitut München prüfen lassen, drei davon stellten sich als prinzipiell geeignet heraus. Als Favorit gilt der Pestfriedhof, doch noch sei nichts entschieden, betont Ehrard. „Wir sind da im Prozess.“ Wichtig sei es, die Bevölkerung auch weiterhin mitzunehmen.

Der Bürgermeister plant deshalb weitere Informationsveranstaltungen und will auch die Interessengemeinschaft „Böbing – Unser Dorf soll gesund bleiben“ einbinden. „Wir können über alles reden, solange es auf einer sachlichen Ebene abläuft.“

Christoph Peters

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