Bürgerversammlung in Schongau

Viel Lärm um Regenwasser

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Beantwortete die Fragen der Schongauer: Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (re.).

Schongau – Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) hat in seinem Rechenschaftsbericht die Besucher der Bürgerversammlung am Mittwoch umfangreich mit Informationen zum Stadtgeschehen versorgt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand allerdings das Unwetter vom 6. Juli 2012.

Im Gegensatz zu Stadtratssitzungen dürfen bei der Bürgerversammlung Einwohner der Stadt Schongau das Wort erhalten. Und davon wurde am Mittwochabend reichlich Gebrauch gemacht. Karl-Heinz Gerbl hatte gerade seinen Rechenschaftsbericht beendet, da meldete sich Peter Haggenmüller zu Wort. „Die Stadt investiert eine Million Euro in die Saunalandschaft, aber was mit dem Regenwasser passiert, ist ihr scheißegal“, wetterte er. Damit spielte er auf das Unwetter im vergangenen Juli an, das vor allem in Schongau-West durch Überschwemmung einiger Keller beachtliche Schäden verursacht hatte. 

Der Schongauer warf den Verantwortlichen  der Stadt Fehlplanung und Fahrlässigkeit vor. 470 Familien würden in Schongau-West am Hang wohnen. Der bisher ermittelte Schaden von 142000 Euro würde sich, so Haggenmüller, wohl bei 250000 bis 300000 Euro einpendeln. Das Wohngebiet Forchet sei dabei noch gar nicht berücksichtigt. „Der Rückstau des Regenwassers ist grausam.“ Die Stadt habe die Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Regenwasser von der Straße kommt, sagte Haggenmüller. Sie müsse dabei methodisch vorgehen. „Im Klartext: Von Haus zu Haus gehen, die Situation prüfen und danach dem Hauseigentümer Vorschläge machen.“ Haggenmüller forderte „ein durchdachtes Konzept.“ 

Unterstützung erhielt er von Siegfried Spitz. Für die Stadt müsse es selbstverständlich sein, eine gesicherte Entwässerung der Siedlung zu gewährleisten, betonte er. „Wer, wenn nicht die Stadt?“ Es gebe Leute, die bis zu 10000 Euro in Sicherheitsmaßnahmen gegen den Rückstau investiert hätten, aber es gebe eben auch solche, die sich das nicht leisten könnten. 

Der Schaden sei bedauerlich, sagte Schongaus Bürgermeister, aber die Stadt sei für den entstandenen Schaden nicht verantwortlich. Er erinnerte daran, dass die Grundstückseigentümer sich selbst gegen den Rückstau zu schützen hätten. „Das ist geltende Rechtslage bei uns und allen anderen Gemeinden“, sagte er und verwies auf die Entwässerungssatzung. 

Auch Walter Frömmrich von den Stadtwerken erklärte, es bleibe nichts anderes übrig, jeder müsse sich selbst absichern. Die Stadt biete dazu Beratungen an. Sein Appell: „Bitte bauen Sie einen Schutz gegen Rückstau ein.“ Im Übrigen sei immer noch die beste Methode, das Wasser auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen. Stadträtin Bettina Buresch gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass oftmals große Flächen auf den Grundstücken versiegelt werden. Vernünftig sei das nicht, entgegnete Walter Frömmrich. Denn: „Wer Wasser auf seinen Grundstück nicht versickern lässt, zahlt mehr Abwassergebühr.“ wk

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