Chance auf Leben

Schongaus 2. Bürgermeister Paul Huber (li.) unterstützt die Registrierungsaktion, die Stephan Rupprecht gemeinsam mit seiner Tochter Sabrina (re.) und Yvonne Renz von der DKMS am Montag im Rathaus vorstellten. Foto: Peters

Der Fall hat viele bewegt: Vor einem Jahr ließen sich 3314 Menschen in Denklingen Blut abnehmen, um dem damals 14-jährigen Florian Scheid zu helfen. Tatsächlich fand sich wenig später ein passender Stammzel-lenspender für den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Jungen. Heute ist Florian geheilt, feierte dies kürzlich gar mit einem Besuch des Wacken Open Air. Auf einen ähnlichen Erfolg hofft nun auch die 70-jährige Ilse Rupprecht aus Schongau. Ihre Diagnose: Leukämie. Am 16. September findet im Jakob-Pfeiffer-Haus eine Registrierungsaktion statt.

Bis vor wenigen Wochen war alles wie immer. Ilse Rupprecht zog im Schwimmbad regelmäßig ihre Bahnen, radelte durch Schongau und genoss ihr Leben. Dann kam der 3. Juni und plötzlich war alles anders. Mit dem Krankenwagen musste die ehemalige Pfarrheimwirtin ins Krankenhaus gebracht werden, die Ärzte diagnostizierten einen Schlaganfall. Bleibende Schäden hatte sie glücklicherweise nicht davon getragen, doch die Freude darüber währte nur kurz. Denn bei der Suche nach der Ursache stießen die Ärzte auf schlechte Blutwerte, ausgelöst durch Leukämie. Die Diagnose sei ein Schock gewesen, erzählt Sohn Stephan Rupprecht. Nur eine Stammzellenspende kann Ilse Rupprechts Leben retten, doch die Suche in den weltweiten Datenbanken ist bislang erfolglos geblieben. Für die Familie war daher schnell klar, dass man selbst etwas unternehmen wolle. Stephan Rupprecht kontaktierte Yvonne Renz von der Deutschen Knochemarkspenderdatei. Gemeinsam organisiert man nun die Registrierungsaktion am 16. September. Mitmachen kann jeder, der zwischen 18 und 55 Jahre alt und gesund ist. Dem Spender werden fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt werden können. Seine Daten stehen anschließend für die weltweite Suche zur Verfügung. Rupprecht: „Wir helfen damit nicht nur meiner Mutter, sondern allen Leukämiekranken.“ Genauso wichtig wie die Teilnahme ist die finanzielle Unterstützung der Aktion. Denn die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS allein auf Geldspenden angewiesen. Spendenkonto 209481 bei der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel BLZ 701 695 09.

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