"Ein Segen für Hohenpeißenberg" - Mit Böller und Blasmusik Spatenstich für fünf Kilometer lange Ortsumgehung gefeiert

Gut ein halbes Jahr ist es her, dass die Peißenberger bei frostigen Temperaturen die Verkehrsfreigabe ihrer Ortsumgehung gefeiert haben. Am 21. Juli trafen sich viele damalige Ehrengäste wieder bei hochsommerlicher Hitze an der künftigen Anschlussstelle „Hohenpeißenberg Ost“ zum offiziellen Baubeginn für die Umfahrung des Nachbarortes. Nach der Hohenwarter Kurve, noch auf Peißenberger Flur, krachten die Böller, erklang zünftige Blasmusik und wurden Reden geschwungen, bevor drei Damen und fünf Herren symbolisch zum Spaten griffen.

Samma froh, wenn mir den Verkehr endlich wegham“, freut sich eine Hohenpeißenberger Schrebergartenbesitzerin, die wie alle anderen Gäste geduldig ausharrt, bis die Staatssekretärin des Bundesverkehrsministeriums, Karin Roth, und Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium, mit halbstündiger Verspätung eintreffen. Auch Josef Oberbauer, der an der stark befahrenen Hauptstraße wohnt, bestätigt, „zeitweise sehr unter dem Lärm gelitten“ zu haben. Mit der 5,2 km langen Trasse, für die 30 Jahre geplant wurde, konnte eine für den Naturschutz verträgliche Lösung gefunden werden, hob Günther Grafwallner, Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim, hervor und dass die neue, mit jeweils zwei Talbrücken und Bahnüberführungen ausgestattete Umfahrung jener von Peißenberg „in nichts nachstehen“ wird. Ausdrücklich dankte Grafwallner den Eigentümern für das einvernehmliche Abtreten ihrer Grundstücke. „Zum ersten Mal einen Spatenstich mit Böllerschüssen erlebt“ hat Staatssekretärin Roth, die sich nach einem rhetorischen Ausflug in die Bundespolitik mit den „Hohenpreißenbergern“ freut, dass diese bald wieder „die Fenster aufmachen und sicher über die Straße gehen“ können. Als einen „Segen für Hohenpeißenberg“ bezeichnete Baubehördenchef Poxleitner das Vorhaben an der B 472, für dessen Finanzierung der Bund 33,5 Mio. Euro bereit stellt. An Bürgermeister Thomas Dorsch gerichtet fuhr Poxleitner fort: „Sie werden ihren Ortskern neu planen können, wenn der Durchgangsverkehr draußen ist.“ Dieser Aussage konnte Dorsch, der selbst an der Hauptstraße wohnt, nur zustimmen: „Der derzeitige Zustand ist nicht länger hinnehmbar“, drum sei die Umfahrung „eines der wichtigsten Projekte unserer Gemeinde“. Dorsch hält eine dritte Ausfahrt beim Bahnhof für notwendig, an der sich die Gemeinde mit 100000 Euro beteiligen will. In Vertretung von Landrat Dr. Friedrich Zeller wies Andrea Jochner-Weiß auf die Bedeutung einer leistungsfähigen Querverbindung in Ost-West-Richtung für das südbayerische Alpenvorland und insbesondere für die Verkehrsinfrastruktur des Landkreises hin. Von den 10000 Fahrzeugen, die sich täglich durch Hohenpeißenberg schlängeln, sollen ab 2012 rund 70 Prozent auf die Umfahrung umgeleitet werden. Zusätzliche Gelder aus dem Konjunkturpaket II des Bundes machen den Weg für einen früheren Baubeginn frei. Für Josef Oberbauer und alle Hohenpeißenberger ist also ein gemütliches Frühstück auf dem Balkon ohne Gestank und Verkehrslärm absehbar.

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