Eine Feier zum Jubiläum

Multikulturell: Schongau und seine Partnerstädte. Foto: Peters

Sie heißen Abingdon, Colmar, Lucca, Gogolin und Sint Niklaas und haben alle eines gemeinsam: Sie sind Partnerstädte von Schongau. Für drei von ihnen jährt sich die Verbindung im kommenden Jahr bereits zum 50. Mal. Wie man das runde Jubiläum am besten begehen soll, war am Dienstag Thema im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt. Ursula Diesch, Leiterin der Touristen-Information, stellte den Räten erste Planungen für ein Internationales Fest im September vor. Es könnte die einzige größere Veranstaltung im kommenden Jahr bleiben: Am Rande der Sitzung wurde bekannt, dass die Suche nach einem Festwirt für das Schongauer Volksfest endgültig gescheitert ist.

Diesch hatte sich viel Mühe gemacht. Folie um Folie warf die Leiterin der Touristen-Information an die Wand des Sitzungssaals, um die Vorhaben für das besondere Jubiläumsjahr zu erläutern. Der Großteil spielt sich demnach im Rahmen eines Internationalen Festes ab, das vom 28. bis zum 30. September dauern soll. Angedacht sind ein Markt mit Spezialitäten und Musikgruppen aus den Partnerstädten am Bürgermeister-Schaeger-Platz, dessen Planung laut Diesch Hermann Gleich übernehmen würde. Eine Orgelnacht mit Organisten aus den Partnerstädten, die Überreichung des Elsass-Preises der Académie d’Alsace sowie eine Ausstellung im Stadtmuseum mit Rückschau auf die vergangenen 50 Jahre sollen das Programm ergänzen. 11800 Euro veranschlagt Diesch für das Fest, hinzu kämen 5200 Euro für anderweitige Aktionen während des Jahres. Um auch Jugendliche aus den Partnerstädten für das Jubiläum zu gewinnen, schlug Diesch ein „Spiel ohne Grenzen“ vor, das entweder Ende Juni oder Anfang Juli über die Bühne gehen könne. Die Kosten hierfür bezifferte sie auf 5000 Euro, die über den für Jugendaktivitäten vorgesehenen Etat im Haushalt abgedeckt werden könnten. Die Einladung einer offiziellen Delegation aus den Partnerstädten würde mit 6000 Euro zu Buche schlagen. „Das Programm klingt hervorragend“, lobte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, der allerdings auch gleich einen Einwand parat hatte. „Was mir Kopfzerbrechen macht, sind die Kosten.“ 15000 Euro habe er sich als Obergrenze überlegt, erklärte Gerbl , räumte jedoch sofort ein, dass diese angesichts von so vielen Partnerstädten „vielleicht zu restriktiv“ sei. Die Kosten und weniger das Programm waren es auch, woran sich die anschließende Diskussion der Gremiumsmitglieder entzündete. Während Helmut Schmidbauer (CSU) das Budget durchaus auch kritisch betrachtete, warnte er davor, die Jubiläumsfeier zu unterschätzen. „Damit geben wir ein überregionales Bild ab.“ Gerbls Vorschlag, auf das „Spiel ohne Grenzen“ zu verzichten, lehnte Roland Hager (UWV) ab. „Für mich ist die Jugend wichtig“, sagte er und schlug vor, Vereine wie den TSV Schongau einzubeziehen. Mit Gastfamilien ließen sich so die Ausgaben in einem „erträglichen Rahmen“ halten. Peter Huber (SPD) ärgerte, dass „wir über eine solch geringe Summe feilschen müssen.“ Schließlich gebe die Stadt an anderer Stelle wie dem Straßenbau Unsummen aus. „Irgendwo müssen wir das in Relation setzen.“ Am Ende einigten sich die Räte einstimmig, ein Budget von 17000 Euro zu genehmigen. Zuvor hatte Hans Hartung den Gremiumsmitgliedern noch eine traurige Nachricht übermitteln müssen. Die Suche nach einem neuen Festwirt für das Schongauer Volksfest sei erfolglos gewesen, erklärte der Chef des Schongauer Tourismusvereins. „Es wird damit kein Volksfest mehr geben.“ Schon in diesem Jahr war die traditionsreiche Veranstaltung mangels Festwirt ausgefallen. Verhandlungen über einen Nachfolger haben sich nun zerschlagen, wofür Hartung vor allem wirtschaftliche Gründe verantwortlich macht: „Es lohnt sich nach Aussage der Wirte hier nicht mehr.“

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