Eine musikalische Detektiv-Reise

Boten eine beeindruckende Vorstellung: Sabine Braun (Klavier), Dorothee Lang (Cello), Andrea Ammann (Querflöte), Anna Helbig (Gesang) und Astrid Helbig (Geige). Foto: Schmid

Der berühmten Miss Marple hätte es sicher gefallen: Denn die Kriminalistin mit dem ausgezeichneten Spürsinn spielte quasi die Hauptrolle beim Konzert der Gruppe „Saitensprung“, zu dem der Kulturverein Schongauer Land lud

. Bestens gefallen hat die musikalische Detektiv-Reise aber auch den Zuhörern im voll gefüllten Ballenhaus in Schongau: Schließlich erlebten die Besucher nicht nur einen exzellenten Hörgenuss, sondern durften gleichzeitig ein Stück in das Leben der Miss Marple eintauchen. „Am Sonntag geschah im London-Express ein schrecklicher Mord. Es wird nach einem Mann mittleren Alters gefahndet: Er ist von gepflegter Erscheinung, hat dunkles Haar, trägt einen hellen Trenchcoat und hat in Rugby den Zug verlassen“, zitierte Anna Helbig, die als Großnichte von Jane Marple auf der Bühne stand, aus einem alten Zeitungsartikel. Der Artikel war nur einer von den detektivischen Hinterlassenschaften, welche die Großnichte aus einem alten Koffer kramte und dem Publikum präsentierte. Jedes Mal, wenn Helbig in den Koffer greift, warten die Zuschauer mit Spannung darauf, was daraus alles zum Vorschein kommt: etwa ein Tagebuch, eine alte Spieluhr oder ein alter Zeitungsartikel von anno dazumal. Und Sabine Braun (Klavier, Querflöte), Dorothee Lang (Cello), Andrea Ammann (Querflöte, Akkordeon) und Astrid Helbig (Geige) haben zu den Relikten aus dem Leben der Kriminalistin auch immer das passende Lied parat – sei es, dass sie das „Somewhere over the rainbow“ erklingen lassen, das aus der Spieluhr tönt, oder dass sie musikalisch von der Zugfahrt erzählen, auf die Miss Marple sich einst begab. So dürfen die Zuhörer eine bunte, abwechslungsreiche Musik-Mischung genießen, die von einem stimmigen Ensemble hervorragend interpretiert wird – angefangen von der Miss Marple-Filmmusik über „Moon river“ bis hin zu „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“ und „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Mit musikalischem Spürsinn ermitteln die Damen auf der Bühne dabei den Grund für Miss Marples kriminalistische Berufung. Und die Zuschauer dürfen an der Gedankenwelt der scharfsinnigen Detektivin Anteil haben, während Helbig aus ihrem Tagebuch vorliest. So erfahren die Zuhörer auch, wie Marple ihren Traummann in Paris, der Stadt der Liebe, aufspürte. Mit schier unhaltbarem Applaus zeigte das Publikum am Ende des Konzerts seine Begeisterung. Da änderte auch die Tatsache nichts daran, dass das Schongauer Damenensemble den größten Teil des Programms ohne Sängerin absolvieren musste, da Anna Helbig aufgrund einer Mandelentzündung und der trockenen Luft die Stimme ausblieb und sie dem Publikum damit nur noch als Großnichte auf dem Sofa erhalten blieb. Vielmehr gab es sogar noch einen Extra-Applaus dafür, dass die Truppe ihr Programm dennoch weiter durchgezogen hatte.

Meistgelesene Artikel

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Hauptabteilung statt Belegärzte

Schongau – Im zweiten Jahr in Folge sind in Schongau mehr als 400 Babys geboren worden. Eine beachtliche Zahl für eine so kleine Klinik. Doch trotz …
Hauptabteilung statt Belegärzte

Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Schongau – In Schongau hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Der traditionelle Inthronisationsball war wie immer ein Riesenerfolg. Und doch war …
Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Kommentare