Image-Prospekt der Stadt Schongau

Erster Entwurf ist durchgefallen

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Zu viel Wiese, zu wenig Stadt: Das Panorama-Bild von Schongau für den neuen Image-Prospekt erntete Kritik.

Schongau – Im September 2012 hatte der Stadtrat grünes Licht für eine neue Image-Broschüre für die Stadt Schongau gegeben. Jetzt präsentierte Tourist Info-Leiterin Ursula Diesch dem Finanzausschuss einen ersten Entwurf. Nicht alles jedoch, was die Mitglieder des Gremiums zu sehen bekamen, stieß auf Zustimmung.

Das begann mit dem Titelbild, das drei Schongauer Stadtführerinnen zeigte und das den Blick auf die Geschichte Schongaus richten sollte, wie Diesch erläuterte. Nicht nur Hans Loth (UWV) hielt die Silhouette der Stadt für ein deutlich besseres Titelmotiv. „Das schaut sonst aus wie Werbung für ein Hexenspiel.“ Zwar wandte die Tourist Info-Leiterin ein, dass man sich so von vielen anderen Ortsprospekten abhebe und das Panorama auf einer Doppelseite besser zur Geltung komme. Doch als auch Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl sich für die Stadt-Silhouette auf dem Titel aussprach, lenkte sie ein. 

Jenes Panorama, dass es auf Seite zwei und drei des Entwurfs geschafft hatte, kam für die Räte allerdings nicht in Frage. Zu viel Wiese, zu wenig Stadt, kritisierte Max Martin (SPD). Dass man sich extra für diese Perspektive entschieden habe, weil so der UPM-Kamin nicht zu sehen sei, wie Diesch zu bedenken gab, half da auch nichts. „Mich würde das nicht stören“, sagte Gerbl, der schon den Slogan „Industriestadt im Grünen“ vor sich sah. Werbung für den Tourismus sei das allerdings nicht, beeilte sich Hauptamtsleiter Bernd Liebermann einzuwerfen. Letztlich einigte man sich darauf, dass die Agentur ein passendes Foto heraussuchen soll. 

Nicht nur das Titelbild, sondern auch der Titel selbst, sorgte für Diskussionen. „auszeit in Schongau“ soll der Prospekt heißen, das Wort „auszeit“ sich als roter Faden durch die ganzen Themen wie etwa Natur, Altstadt mit Brauchtum, Geschichte, Mittelalter und Advent ziehen. Dass der Begriff dabei bewusst klein geschrieben wird, irritierte Helmut Schmidbauer (CSU). Wenn schon, dann solle man das einheitlich durchziehen. Für Martin und Paul Huber (CSU9 hatte „Auszeit“ gar eine negative Bedeutung. Das wiederum sah Hans Hartung (CSU) anders, der damit eher wie Diesch Urlaub und Freizeit assoziierte. Die Alternative „Spitzenzeit“ fand bei keinem Rat Anklang (Heinrich Forster: „Das ist noch schlechter“), weshalb es bei „auszeit“ blieb. 

Der Prospekt soll jetzt von der Agentur noch einmal überarbeitet werden. Ob dann auch doch noch die von den Stadträten monierten, weil ihrer Meinung nach fehlenden Begriffe Pfaffenwinkel und Auerbergland auftauchen, wird sich zeigen. chpe

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