EVA weiht Photovoltaikanlage ein

Sonnige Aussichten auf der Erbenschwanger Deponie

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EVA-Geschäftsführer Fritz Raab vor dem neuen Solarpark auf der rekultivierten Deponie in Erbenschwang.

Ingenried – Es ist ein hohes Ziel: Um 40 Prozent gegenüber 2007 will der Landkreis die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 reduzieren. Gelingen soll dies unter anderem durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Erben-schwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungs-Gesellschaft (EVA) hat nun einen weiteren Schritt dazu beigetragen. Auf der rekultivierten Deponie in Erbenschwang nahm das Unternehmen eine neue Photovoltaik-Anlage in Betrieb.

Es ist noch gar nicht solange her, da schossen riesige Photovoltaik-Anlagen überall wie Pilze aus dem Boden. Die Betreiber witterten dank der großzügigen staatlichen Förderung das große Geschäft. Doch die Auflagen sind zuletzt strenger geworden, Freiflächen-Anlagen sind nur noch an wenigen Stellen erlaubt, gleichzeitig sank die finanzielle Unterstützung. 

Gerechnet hat man deshalb auch bei der EVA, bevor der Startschuss für die neue Anlage auf der rekultivierten Deponie in Erbenschwang fiel. „Für uns ist neben dem Umweltgedanken immer auch der wirtschaftliche Gesichtspunkt entscheidend“, betonte EVA-Geschäftsführer Fritz Raab bei der offiziellen Einweihung. Unter dem Strich müsse ein Gewinn stehen. 

Im vergangenen Jahr hat das laut Raab trotz wenig Sonnenstunden geklappt. Rund 24000 Euro erwirtschafteten die zwölf Anlagen, für die die kreiseigene Gesellschaft verantwortlich zeichnet, seit sie der Landkreis 2009 damit betraute, seine Liegenschaften mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten. Geld, das man an anderer Stelle wieder ausgeben könne, stellte der Geschäftsführer fest.

Ordentlich investiert hat die Gesellschaft auch in ihre neue Anlage. Rund eine Million Euro hat der Bau verschlungen. Binnen 22 Tagen wurden im Juli 3807 Solarmodule auf 211 Montagetische auf der Deponie installiert und rund 18 Kilometer Kabel verlegt. Rechtzeitig, um sich den Fördersatz von 8,9 Cent pro Kilowattstunde zu sichern. 

Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 1,1 Millionen KWh ist die Anlage doppelt so leistungsfähig wie jene, die 2012 nur wenige Meter weiter nördlich in Betrieb ging. Zum Vergleich: Die erste Deponie-Anlage auf Erbenschwanger Grund, die 2001 als bayernweites Pilotprojekt realisiert wurde, verfügt über weniger als ein Zehntel der Leistung des neuen Solarparks. 

Seit September ist dieser offiziell am Netz. Rund 656 Tonnen CO2 sollen durch ihn pro Jahr vermieden werden. Insgesamt produziert die EVA künftig rund 2,1 Millionen KWh im Jahr, was dem Verbrauch von 540 Vier-Personen-Haushalten entspricht. „Das reicht fast aus, um unseren Strombedarf von 2,5 Millionen Kilowattstunden zu decken“, rechnete EVA-Prokurist Holger Poczka vor. 

Der Standort auf der rekultivierten Deponie könne ohnehin nicht besser genutzt werden, fügte er hinzu. „Wir können da ja keinen Wald drauf pflanzen.“ Für Deponien gelten strenge Vorschriften, was sich auch im aufwendigen Genehmigungsverfahren niederschlage. „Wir mussten da zum Beispiel nachweisen, dass wir bei der Gründung die Abdeckung nicht verletzen“, erklärte Pocka. Über ein Jahr habe es deshalb an Vorlaufzeit gebraucht, ehe tatsächlich gebaut werden konnte. 

Übrigens, wer sich über die aktuellen Leistungsdaten aller Landkreis-PV-Anlagen informieren will, kann dies auf der Internetseite der EVA. „Dort kann man jeden Tag die Stromerträge einsehen“, sagte Raab. „Das zeigt auch, dass wir nichts zu verbergen haben.“

Christoph Peters

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