Facebook-Initiative

"Schongau belebt" ist das Ziel

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Büchergalerie-Chefin Susanne Segmihler-Pye vor ihrem Laptop, von dem aus sie „Schongau belebt“ ins Leben gerufen hat.

Schongau – In diesen Tagen feiert Facebook seinen zehnten Geburtstag. Längst hat sich das soziale Netzwerk einen Platz im Alltag gesichert. Dass es dabei zu mehr taugt als nur über die neuesten Ess- oder Trinkgewohnheiten naher und ferner Bekanntschaften zu informieren, zeigt das Beispiel „Schongau belebt“.

Susanne Segmihler-Pye redet schnell, die Wort sprudeln aus ihr heraus. Man merkt, dass die Sache für sie eine Herzensangelegenheit ist. Eigentlich habe sie mit ihrem Umzug genug zu tun, sagt die Inhaberin der Büchergalerie. Im Mai will sie ihr Geschäft in der Münzstraße neu eröffnen. Doch just vor ein paar Wochen hat die 44-Jährige etwas angestoßen, das sie nicht mehr loslässt. 

Im sozialen Netzwerk Facebook gründete Segmihler-Pye die Seite „Schongau belebt“. Ihre Idee eines zwanglosen Austausches von Gedanken, wie man die Stadt wieder mit Leben erfüllen könne, traf einen Nerv. Binnen weniger Tage hatten über 100 Facebook-Nutzer die Seite mit „Gefällt mir“ markiert. Mittlerweile liegt die Zahl der „Likes“ bei rund 300. „Mit der Resonanz habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt Segmihler-Pye. Sie zeige, dass es in Schongau mittlerweile eine Aufbruchstimmung gebe. „Die Leute haben genug vom Stillstand.“ 

Die Themen, die für Diskussionen sorgen, sind keineswegs neu. Die weitere Entwicklung der Lechvorstadt bewegt die Kommentatoren ebenso wie eine mögliche Fußgängerzone in der Altstadt. Das Feld der Teilnehmer ist bunt gemischt, neben Unternehmern und normalen Schongauer Bürgern, melden sich auch die Bürgermeisterkandidaten regelmäßig zu Wort. 

Die Seite sei eine gute Möglichkeit, den Normalbürger zu erreichen, findet Segmihler-Pye. Ihr ist allerdings auch klar, dass es mit virtuellen Diskussionsrunden nicht getan ist, will man tatsächlich etwas erreichen. Aus diesem Grund hat die 44-Jährige eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die in der realen Welt agiert. Rund 30 Teilnehmer zählte das erste Treffen – eine durchaus beachten­s-werte Zahl. „Überall ist diskutiert worden, beim Rauchen, sogar auf der Toilette, das war toll“, zieht Segmihler-Pye schmunzelnd Bilanz. Künftig werde man die Treffen allerdings moderieren, um die Diskussionen besser zu lenken. 

Außerdem hat man zwei Untergruppen gebildet. Während sich die eine speziell um die Belange der Altstadt kümmern soll, hat sich die andere das Thema Veranstaltungen auf die Fahnen geschrieben. „Da gibt es bereits einige sehr gute Ideen“, verrät die 44-Jährige. 

Der Werbegemeinschaft Altstadt, die sich selbst als Speerspitze der Geschäftswelt in der Innenstadt sieht, will Segmihler-Pye im übrigen nicht auf die Füße treten. Einige Mitglieder der Werbegemeinschaft würden sich auch für „Schongau belebt“ engagieren, sagt sie. „Unser Problem ist doch, dass wir in Schongau lauter Grüppchen-Bildungen haben. Dabei wollen im Grund alle dasselbe, nämlich eine attraktive Stadt.“ 

Und was sagt eigentlich die Stadt selbst zu Segmihler-Pyes Engagement? Citymanager Martin Soyka, der dem ersten Treffen beiwohnte, habe seine Kooperation bereits zugesagt, erklärt die 44-Jährige. „Er hat viele gute Ideen.“ Ansonsten müsse man das Ergebnis der Kommunalwahl abwarten, denn schließlich hänge viel vom neuen Bürgermeister und dem Stadtrat ab, weiß Segmihler-Pye. 

Bis dahin will sie die Zeit nutzen, noch mehr Schongauer für ihre Sache zu begeistern. Ein Flyer ist bereits in Arbeit und soll bald verteilt werden. „Wir wollen auch die abholen, die nicht bei Facebook sind“, sagt die 44-Jährige. Trotz zehnjährigem Jubiläum des sozialen Netzwerks dürften das einige sein.

Christoph Peters

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