Bürgermeisterkandidat der SPD Schongau

Falk Sluyterman macht's

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Die Würfel sind gefallen: Falk Sluyterman (2. v. re.) kandidiert für die SPD für das Amt des Bürgermeisters – zur Freude des amtierenden Stadtoberhaupts Karl-Heinz Gerbl (re.) sowie von Robert Bohrer (Ortsvorsitzender) und Ilona Böse (Beisitzerin).

Schongau – Die Schongauer SPD hat sich als erstes aus der Deckung gewagt und ihren Kandidat für das Bürgermeisteramt vorgestellt. Falk Sluyterman van Langeweyde heißt der Wahl-Schongauer mit vollständigem Namen, der – geht es nach den Sozialdemokraten – im März 2014 die Nachfolge von Karl-Heinz Gerbl (SPD) antreten soll.

Sorgfältig hatte sich Robert Bohrer den Einstieg in die Pressekonferenz zurechtgelegt. So wie die Welt auf den Namen des neuen Papstes und die Fußball-Fans auf den des nächsten Champions League-Gegners der Bayern gewartet hätten, so gespannt seien die Schongauer in den vergangenen Wochen gewesen, wer denn Bürgermeister-Kandidat der SPD werden würde, begann der Ortsvorsitzende. Nur ein kleines Schmunzeln verriet, dass Bohrer die unterschiedliche Tragweite der Ereignisse sehr wohl einzuordnen wusste. Das, was Bohrer zu verkünden hatte, geriet jedoch tatsächlich zu einem kleinen Paukenschlag, war doch im Vorfeld meist ein andere Name gehandelt worden: Ilona Böse. Die SPD-Stadträtin und Jugendreferentin saß an diesem Tag zwar neben Bohrer am Tisch, im Mittelpunkt stand jedoch der Mann zur Linken des Ortsvorsitzenden. Dort hatte Falk Sluyterman van Langeweyde Platz genommen und blickte lächelnd in die Runde. 

 Als Gerbl bekannt gegeben habe, dass er nicht mehr kandidiere, habe das alle Planungen über den Haufen geworfen, blickte Bohrer zurück. Man sei für kurze Zeit in ein tiefes Loch gefallen. Die Suche nach einem Kandidaten dauerte Bohrer zufolge allerdings nicht lang. „Wir sind von Falk Sluyterman voll und ganz überzeugt.“

 Der 43-Jährige ist in der Schongauer Lokalpolitik bislang ein unbeschriebenes Blatt, womit er Ähnlichkeiten mit seinen erfolgreichen Vorgängern Friedrich Zeller (kam aus Leipzig) und Karl-Heinz Gerbl (kam aus Hohenfurch) aufweist. Über Politik-Erfahrung verfügt der gebürtige Hannoveraner allerdings schon. Seit 20 Jahren gehört er der SPD an, bekleidete Posten in mehreren Ortsvereinen und zählte in den vergangenen Jahren zu den regelmäßigen Besuchern des SPD-Stammtischs in Schongau. Über letzteren sei auch der Kontakt zustande gekommen, als die SPD einen Bürgermeister-Kandidaten suchte, berichtete er. 

Erst seit fünf Jahren lebt Sluyterman mit seiner Frau Cordula in der Lechstadt. Beide hatten sich im Urlaub auf Fuerteventura kennengelernt. Er brachte einen, sie zwei Söhne aus früheren Beziehungen mit in die in Schongau geschlossene Ehe. Als Sohn eines Berufssoldaten war der 43-Jährige zuvor viel herumgekommen. Nach seinem Abitur in Freising und dem Wehrdienst bei der Marine, studierte Sluyterman Jura an der Uni Freiburg. Anschließend arbeitete er als Anwalt, ehe er zum Bundesverkehrministerium wechselte. Dort war er zunächst als Justitiar bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Würzburg tätig, ehe er zur gleichen Behörde in Mainz berufen wurde, wo er für die Genehmigung von Ausbaumaßnahmen an Necker, Rhein und Mosel zuständig war. 

 Bei den von der Bevölkerung meist kritisch begleitenden Projekten habe er Verhandlungsgeschick und Durchsetzungs-stärke beweisen müssen, erklärte Sluyterman – zwei Dinge, die ihm auch als Bürgermeister von Schongau zugute kommen würden. Seit 2006 arbeitet der 43-Jährige als Oberregierungsrat in der Abteilung Straßenbau des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Dank Heimarbeitsplatz ist Sluyterman allerdings nicht die ganze Woche über in der Hauptstadt. 

Die Möglichkeit, Bürgermeister zu werden, sehe ich als große berufliche Herausforderung“, betonte der 43-Jährige. Nach 20 Jahren in der Verwaltung bei Bund und Land, könne er sich eine Zäsur sehr gut vorstellen. Solche Worte hört man bei der SPD natürlich gern. Auch Gerbl brach eine Lanze für seinen potentiellen Nachfolger. „Als ich seinen Lebenslauf gelesen habe, dachte ich, das ist unser Mann.“ 

Übrigens: Seinen vollständigen Namen, der einem holländischen Adelsgeschlecht entstammt, wird man auf den Wahlplakaten der SPD vergebens suchen. „Die Hälfte meines Namens reicht mir“, beruhigte Falk Sluyterman van Langeweyde die Anwesenden am Ende der Pressekonferenz – auf einen Verweis auf den Papst, der bekanntlich nur Franziskus und nicht Franziskus I. genannt wird, verzichtete Bohrer dieses Mal. chpe

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