Verlegung nach Oldenburg ist vom Tisch

Die Fallschirmjäger bleiben in Altenstadt

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Und sie springen doch weiter: die Altenstadter Fallschirmjäger.

Altenstadt – Es ist die Nachricht, auf die sie in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne sehn-lichst gewartet haben: Das Verteidigungsministerium hat entschieden, dass die Luftlande-/Lufttransportschule in Altenstadt verbleibt und nicht wie ursprünglich angedacht nach Oldenburg verlegt wird.

Fast vier Jahre sind vergangen, seit der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Bundeswehrreform auf den Weg gebracht hat, um die Armee fit für die Zukunft zu machen. Dazu gehörte auch, dass die Luftlande- und Lufttransportschule nach Oldenburg verlegt werden sollte. In Altenstadt sorgte der Beschluss für Fassungslosigkeit. 

Denn wenig sprach für, viel aber gegen einen Umzug der traditionsreichen Einrichtung. Das fing bei der vorhandenen Infrastruktur an, ging über den eigenen Luftraum bis zu den geografisch günstigen Bedingungen des oberbayerischen Standorts. Selbst der Rechnungshof kritisierte die Entscheidung aufgrund der hohen Kosten.

Zuletzt schienen auch im Verteidigungsministerium die Zweifel an der Richtigkeit gewachsen zu sein. Obwohl der Verlagerungsbeschluss offiziell weiterhin Bestand hatte, ließ der Baubeginn der für einen Umzug nötigen Einrichtungen in Oldenburg auf sich warten. 

Ende vergangener Woche erfolgte schließlich die von vielen erhoffte endgültige Kehrtwende. Damit ist auch das zuletzt immer wieder genannte Szenario einer Verlegung der Schule ins Ausland vom Tisch. Die über 50-jährige Geschichte der Fallschirmjäger in Altenstadt geht weiter. 

Einer, den die jüngste Entwicklung besonders freut, ist Alexander Dobrindt. „Für die ganze Region ist das eine tolle Entscheidung“, sagte der örtliche Bundestagsabgeordnete auf Nachfrage des Kreisboten. Dobrindt hatte sich gemeinsam mit dem Stimmkreisabgeordneten Harald Kühn in den vergangenen Monaten in mehreren Gesprächen mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vehement für den Verbleib der Luftlande-/Lufttransportschule in Altenstadt eingesetzt. Mit Erfolg. 

Auch bei der bayerischen Staatsregierung registrierte man die Entscheidung zufrieden. „Die Fortführung der Luftlande- und Lufttransportaus-bildung am Standort Altenstadt mit rund 230 Dienstposten sichert Arbeitsplätze. Das ist gut für Altenstadt und die gesamte Region Weilheim-Schongau als Wirtschaftsstandort“, teilte Staatskanzleiminister Marcel Huber mit. 

Ebenfalls groß war die Freude vor Ort. „Wir sind immer der Meinung gewesen, dass der Standort objektiv die besten Voraussetzungen für die Fallschirmjäger hat“, kommen-tierte Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck die ersehnte Nachricht. „Ich danke allen, die sich vor und hinter den Kulissen für den Verbleib eingesetzt haben.“ 

Bleiben darf nach ersten Informationen auch das neue Unteroffizier-Ausbildungsbataillon, das eigentlich ursprünglich als Kompensation für die wegfallende Springerausbildung nach Altenstadt verlegt worden war. Damit blicke die Kaserne einer Zukunft entgegen, die langfristig gesichert sei, betonte Dobrindt. Das bedeute auch, fügte, der Verkehrsminister hinzu, dass man erheblich in den Standort investieren werde.

Christoph Peters

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