Faschingsumzug in Schongau

Narren zu verleihen

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Weil sowohl das Hohenfurcher Prinzenpaar als auch die Schongauer Prinzessin heuer aus Altenstadt stammten, war den beiden Faschingsclubs der Spott aus der Nachbargemeinde gewiss.

Schongau – Während in den Faschingshochburgen Mainz und Düsseldorf die traditionellen Rosenmontagsumzüge dem Sturm zum Opfer fielen, meinte es das Wetter am Sonntag gut mit den Narren in der Schongauer Altstadt. Knapp 30 Wagen und Fußgruppen wanden sich in einem langen Gaudiwurm durch die Straßen der Lechstadt und sorgten dort für ausgelassene Stimmung.

 Mehrere tausend Besucher wollten sich auch heuer das Spektakel nicht entgehen lassen und verwandelten die Schongauer Altstadt in ein buntes Meer aus fröhlichen Narren. Sie alle waren gespannt, was sich die Teilnehmer am Umzug diesmal hatten einfallen lassen. Und sie wurden nicht enttäuscht

Da wurden Angela Merkel und Horst Seehofer als politisches Traumpaar inszeniert, ein Herz und eine Seele trotz unterschiedlicher Meinung hinsichtlich der Flüchtlings-Politik. Ebenfalls große Politik, nämlich den G7-Gpifel, knöpfte sich die Birkländer Landjugend vor, die ihrem Ärger über die Geldverschwendung auf Schloss Elmau Luft machte.

Warum also nicht gleich zurück zur Monarchie, dachte sich die CSU Schongau und präsentierte auf ihrem Wagen Robert Kassebaum als bayerischen Monarchen. Ganz nach dem Motto: „Wär doch statt Mutti Angela unser König Ludwig da!“

Spott von den Nachbarn

Doch auch abseits der politischen Bühne gab‘s Anlass für viel Frotzelei. So machten sich Altenstadter und Apfeldorfer Narren darüber lustig, dass die Schongauer und Hohenfurcher Prinzenpaare in diesem Jahr ihren Gemeinden entstammten. „Den Fasching regiert, wer das Prinzenpaar spendiert“, spotteten die Altenstadter, während sich Apfeldorf gleich zum „Prinzenpaar-Schmiede-Dorf“ erklärte.

Faschingstreiben in der Schongauer Altstadt - die Bilder

Natürlich durfte auch die VW-Affäre nicht fehlen im bunten Themen-Mix, „schadstoffstark und leistungsschwach“ lautete der Slogan zum „Diesel-Gate“, während es vom Wagen qualmte. Für ordentlich Rauch sorgten auch die Faschingsfreunde Burggen, die in ihrem jamaicafarbenen Coffee-Shop auf Rädern eine Lanze für die Legalisierung von Cannabis brachen.

Auftritte am Marienplatz

Der Umzug war natürlich nicht der einzige Höhepunkt der großen Faschingsparty. Mindestens ebenso feierten die vielen Besucher die Auftritte der Garden sowie den Tanz der Prinzenpaare auf der Bühne vor dem Ballenhaus. Wer nach der großen Sause am Marienplatz noch nicht genug hatte, zog weiter in die umliegenden Bars, Kneipen und Restaurants, wo der Faschingssonntag erst spät in der Nacht ein Ende fand.

chpe

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