Schongauer Familie sauer auf die Telekom 

Feldweg statt Autobahn ins Internet

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Nur 985 Kilobit statt der versprochenen 16000 zeigt der Geschwindigkeitstest bei der Familie Hedler an.

Schongau – Datenautobahn wird die Verbindung ins Internet oft genannt, so rasant fließen die Bits und Bytes bei einem modernen Breitbandanschluss durch die Leitung. Für die Schongauer Familie Hedler klingt der Begriff derzeit allerdings eher wie Hohn.

Ihr Zugang zur bunten Internetwelt läuft nur im Schneckentempo. Dabei ist an ihrem Wohnort im Forchet V eigentlich seit Anfang des Jahres ein schneller Anschluss möglich. „Der Ärger mit dem Internetanschluss zieht sich jetzt über Monate,“ rechtfertigt Dirk Hedler seinen Unmut. „Wie oft ich seitdem bei der Telekom angerufen habe, kann ich schon gar nicht mehr zählen.“ In der Tat sprechen die Briefe auf dem Wohnzimmertisch der Familie Hedler Bände. Einen eigenen kleinen Ordner füllt die Korrespondenz mit zwei Internetanbietern mittlerweile. 

Die Kommunikationsodyssee beginnt im März dieses Jahres. „Wir waren bei M-Net und eigentlich auch ganz zufrieden“, erzählt Hedler. „Nur dass uns eben statt der vertraglich zugesicherten 6000 Kilobit nur 1000 zur Verfügung gestellt wurden.“ Dieses Manko veranlasste Hedler sein Sonderkündigungsrecht in Anspruch zunehmen. Da der Internetanbieter die zugesicherte Datenmenge nicht bereitstellen konnte, war es möglich, aus einem bestehenden Vertrag mit M-Net aussteigen. 

Hedler wechselte daraufhin zur Telekom und schloss einen Vertrag über eine 16000 Kilobit-Leitung ab. Im Forchet V, wo Familie Hedler wohnt, gibt es laut Stadt Schongau seit Anfang 2013 eine Glasfaser-Breitbandverbindung, die für eine derartige Datenmenge ausgelegt ist. Besitzer dieser Leitung ist die Deutsche Telekom AG. „Der M-Net Anschluss wurde dann auch mit der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist zum 2. April abgeschaltet“, erläutert Hedler. „Die Freischaltung des Telekom-Anschlusses sollte zum 5. April erfolgen. Passiert ist jedoch nichts und sowohl Telefon als auch Internet waren vier Wochen lang tot.“ 

Die Hedlers standen während dieser Zeit sowohl mit M-Net als auch mit der Telekom in Kontakt. „Beide Anbieter sahen die Verantwortung bei der Konkurrenz“, berichtet Hedler. „Irgendwann reicht es einem. Da bin ich zum Teil richtig ausfällig geworden.“ 

Am 5. Mai war es dann doch soweit: Der Anschluss wurde von der Telekom freigeschaltet. Jedoch machte sich schnell Ernüchterung breit. Der Geschwindigkeitstest des Routers zeigte wieder nur circa 1000 Kilobit statt der zugesagten 16000 an. Seitdem funktionieren zwar Telefon und Internet wieder, doch vom bezahlten Tempo ist der Anschluss weit entfernt. 

Von Seiten der Telekom spürt die Familie indes wenig Entgegenkommen. Zuletzt habe man ihnen schlichtweg dazu geraten, einen neuen Vertrag abzuschließen, erläutert Hedler. „Aber es läuft ja jetzt auch mit 1000, warum denn dann nicht mit 16000?“ Anfang Juni steht ein weiterer Termin zur erneuten Freischaltung durch die Telekom an. „Diesmal klappt es“, habe man ihnen zugesichert. Doch nach den Erfahrungen der vergangenen Monate bleiben die Hedlers skeptisch. 

Auf Nachfrage des KREISBOTEN bei der Telekom zu diesem Fall lag bei Redaktionsschluss noch keine Antwort vor.

mofi

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