Fels und Eis bezwungen – Michl Dacher war vor 30 Jahren der erste Deutsche auf dem K2

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KATHARINA GSÖLL; Peiting – Ehrgeizig und dennoch bodenständig und bescheiden, so wird der erste Deutsche auf dem K2, der Peitinger Bergsteiger Michl Dacher, beschrieben. Zum 30. Jahrestag seiner K2-Besteigung ist vor kurzem eine Broschüre erschienen. Im Herbst 1978 war es, als aus Villnöss bei Brixen eine Telefonverbindung nach Peiting zustande kam. „Hallo Michl, ich habe jetzt die Genehmigung der pakistanischen Regierung für die Besteigung des K2. Willst du mit?“ Für Dacher, der den Hörer auf bayerischer Seite in der Hand hielt, tat sich eine Welt auf. Der Sprecher am anderen Ende der Leitung war Reinhold Mess-ner. Er lernte Dacher 1975 in Kathmandu kennen. Dacher hatte gerade die Kantsch-Expedition hinter sich, Messner war von einer erfolglosen Expedition auf den Lhotse zurück gekehrt. Ein Wiedersehen gab es 1977, nach Dachers Aufsehen erregender Besteigung des Lhotses. Beim Erfahrungsaustausch wurde Messner klar, dass er Dacher, den er als den erfolgreichsten deutschen Bergsteiger schätzte, gerne bei der K2-Expedition dabei haben würde. Im Mai 1979 ging es los. In Rekordzeit und ohne Sauerstoffgerät schafften sie es, den K2 zu erklimmen. „Schon als Jugendlicher habe ich vom K2 geträumt“, schwärmte Dacher damals. Seine sportliche Karriere hatte er allerdings zunächst als Boxer begonnen. Doch die Berge übten eine große Anziehungskraft auf ihn aus. Als 14-Jähriger radelte er ganz alleine von Peiting nach Mittenwald, ausgestattet mit Rucksack und Zelt. Er wollte auf die 2385 Meter hohe westliche Karwendelspitze. „Da kommst du nie rauf“, dachte er erst, wie er später erzählte. Doch er ist hinauf gekommen. Seit dem war er ständig auf der Suche nach neuen, alpinen Herausforderungen. Michl Dacher starb am 3. Dezember 1994 in Peiting im Alter von 61 Jahren überraschend im Schlaf an Herzversagen. Nach Michl Dacher ist eine Hauptschule in Khadambas, einem Dorf in Nepal, benannt. Die Broschüre „Reiß mer’n nieder“ von Norbert und Gregor Herler ist in der Touristinformation Peiting, im örtlichen Buchhandel und im Internet unter www.k2-1979.de erhältlich.

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