Finanzspritze für Dreifachturnhalle?

Noch keinen Monat ist es her, dass der Stadtrat dem Neubau der Grundschule Vorrang vor der Dreifachturnhalle beschied. Doch die Aussicht auf staatliche Zuschüsse durch das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Konjunkturpaket II führte zu einer Kurskorrektur: Die Dreifachturnhalle soll ab jetzt erste Priorität haben.

Den Gemeinden ergeht es in diesen Tagen ähnlich wie den Autokäufern: Wer zuerst kommt, bekommt zuerst. Die Autokäufer wollen die Abwrackprämie kassieren, die Kommunen versuchen, auch ein Stück des „milliardenschweren Konjunkturankurbelungskuchens“ zu erhaschen. Auf diesen kurzen Nenner könnte die Begründung für die ad hoc einberufene Sondersitzung des Schongauer Stadtrates gebracht werden. Und hier wurde rasch klar: Wirkliche Chancen auf die staatlichen Mittel hat vor allem das im Februar auf Platz zwei gesetzte „Bauvorhaben Dreifachturnhalle“. Förderfähig ist aber nicht der Neubau, sondern lediglich die energetische Modernisierung und Sanierung des in die Jahre gekommenen Bauwerks. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Dreifachturnhalle ein Projekt an oberster Stelle ist“, frohlockte Stadtbaumeister Ulrich Knecht und erklärte anschließend, warum: „Das Projekt muss gut sein, nachhaltig und sinnvoll“, erklärte dieser und beschied der Dreifachturnhalle all jene Attribute. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass „es bei der Grundschule einfach noch nicht so weit ist“. Doch im Gegensatz zur Abwrackprämie kommt es nicht nur auf die Schnelligkeit an. „Nicht jede Kommune wird berücksichtigt werden. Es werden nur bestimmte Projekte gefördert“, gab Ulrich Knecht zu bedenken. Knapp fünf Millionen Euro wird die energetische Sanierung der maroden Turnhalle kosten, rechnete Stadtbaumeister Ulrich Knecht vor. Und hier könne sich die Stadt berechtigte Hoffnungen machen, dass knapp zwei Millionen Euro, also 40 Prozent der Kosten, vom Staat zugeschossen werden. „Natürlich“, legte Knecht nach „werde man bei der Grundschule genauso Gas geben“, doch die Turnhalle habe die besseren Chancen, die Kriterien zu erfüllen. Bis Ende 2011 muss das Vorhaben beendet sein, so die staatliche Vorgabe; fast zu knapp für die Grundschule, wie Knecht befand. Da die Vorplanungen für die Dreifachturnhalle indes weit fortgeschritten sind und die an die Maßnahme gekoppelten Forderungen von staatlicher Seite her erfüllt sind, hat die Turnhalle schlichtweg die Nase vorn. Bei den Räten kamen Knechts Überlegungen durchweg gut an. Alle Parteien fanden gefallen an der Argumentation des Stadtbaumeisters und äußerten die Hoffnung, dass die städtische Dreifachturnhalle von der Regierung von Oberbayern in den Reigen der förderfähigen Projekte gehievt werde. Die Zeit bis dahin ist verhältnismäßig kurz: Nach Aussage von Stadtbaumeister Knecht wird die Regierung von Oberbayern bis Ende April über die förderfähigen Projekte entschieden haben. Gleichzeitig wird aber dennoch versucht, auch die Grundschule auf den Weg zu bringen. Denn vielleicht klappt es hier ja auch mit der Erfüllung der staatlichen Vorgaben. „Wenn wir auch noch ein zweites Projekt gefördert bekämen, wäre das wie ein Sechser im Lotto“, bekannte SPD-Mann Robert Bohrer. Man wird es sehen.

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