"Frauen sind mehr wert"

Viele interessante Informationen und ein unterhaltsames Programm erhielten die etwa 240 Besucherinnen beim Frauenfest, das in der Deckerhalle in der Herzogsägmühle gefeiert wurde. Die Veranstaltung fand am Vorabend des Internationalen Frauentags statt, welcher traditionell am 8. März begangen wird.

Breit gefächert war das Unterhaltungsprogramm: Es reichte von irischer Volksmusik der Band „Rowan Tree Hill“ des Gymnasiums bis hin zum Tribal-Dance von „Ex Oriente Lux“ oder den Choreografien der Showtanzgruppe „Die Company“. In ihrem Solo-Kabarett forderte Agnes Eberl die Einführung einer „Frauenmehrwertsteuer“. Die Gleichstellungsbeauftragte Ute Holzmann zog nach der Feier eine sehr positive Bilanz: Viele der anwesenden Frauen hätten gute Kontakte knüpfen können, hat sie festgestellt. So haben die Gäste beispielsweise an der Infobörse allerlei Interessantes erfahren und sich mit Broschüren eingedeckt. Die Themen, über die Informationen eingeholt werden konnten, reichten von der Arbeitswelt – erfolgreicher Wiedereinstieg in den Beruf sowie praxisnahe Bewerbungstipps – über Gesundheit bis hin zu Selbsthilfegruppen. Auch Selbständige stellten sich vor – angefangen von der Heilpraktikerin bis hin zur Künstlerin. Holzmann und Carola Dempfle, Frauenforum Pfaffenwinkel, führten beim Fest durch den Abend und gingen dabei unter anderem auf die Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen ein. „Frauen verdienen 23 Prozent weniger als Männer“, nannte Holzmann neueste Zahlen. Damit gehöre Deutschland nach wie vor zu den Staaten mit der größten Ungleichheit hinsichtlich der Bezahlung von Männern und Frauen innerhalb der Europäischen Union. Weitere Fakten und Zahlen zum selben Thema lieferte Angelica Dullinger in ihrem Referat „Frauen sind mehr wert“. Wie die Referentin für Frauenfragen, stellvertretende Personalratsvorsitzende und Gewerkschaftsfrau darlegte, verdiene beispielsweise der männliche Arbeiter im produzierenden Gewerbe 16,11 Euro pro Stunde, seine Kollegin aber nur 12,50 Euro. Selbst gut oder sogar besser ausgebildete Frauen verdienen laut Dullinger wesentlich weniger – was auch für den Landkreis Weiheim-Schongau gelte. Hier seien 61 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren erwerbstätig, wovon 18,4 Prozent geringfügig entlohnt würden. Im Vorfeld hatte es Kritik daran gegeben, dass Dullinger, SPD-Bundestagskandidatin, als Referentin bei dem Frauentag auftritt (siehe Bericht links). Landrat Dr. Friedrich eröffnete das Fest und ging darauf ein, was sich in den vergangenen 90 Jahren im Frauenrecht alles getan hat.

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