Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer tritt zurück 

Zu viel Gegenwind für Socher?

Schongau – Gerade erst sorgte die im letzten Moment abgewendete Schließung der Inneren Medizin im Peißenberger Krankenhaus für Aufregung, da liefert die Krankenhaus GmbH schon neuen Gesprächsstoff. Ende vergangener Woche reichte Geschäftsführer Reinhold Socher überraschend seinen Rücktritt ein.

Der scheidende Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Reinhold Socher.

Viel gab die Pressemitteilung der Krankenhaus-Gesellschaft nicht her. Lapidar teilte Sprecherin Aguedita Afemann darin mit, dass Reinhold Socher sein Amt abgeben werde. Der Aufsichtsrat habe dem Antrag bereits zugestimmt. Ein Personalunternehmen werde mit der Suche eines Nachfolgers beauftragt. Bis ein solcher gefunden sei, bleibe Socher Geschäftsführer. Anschließend werde der 60-Jährige auf seine frühere Position des Prokuristen zurückkehren. Über die Beweggründe Sochers ließ sich der Mitteilung ebenso wenig entnehmen wie darüber, welche Rolle der erst vor kurzem als Stellvertreter und Prokurist eingestellte Florian Diebel künftig spielen wird. Erst vor knapp einem Jahr hatte Socher die Nachfolge von Elisabeth Ulmer angetreten, die die GmbH aus privaten Gründen verlassen hatte. Der scheidende Geschäftsführer selbst sagt auf Nachfrage des KREISBOTEN, er habe die Entscheidung „im stillen Kämmerlein“ getroffen. „Sie ging allein von mir aus“, betont er. Genauer wolle er auf die Gründe nicht eingehen. „Ich müsste dann sehr viel in der Öffentlichkeit preisgeben, das dort nichts verloren hat“, sagt er wolkig. 

Fakt ist, dass Socher seit längerem der Gegenwind ins Gesicht bläst. Die Krankenhaus GmbH kämpft mit einem großen jährlichen Defizit, dass für das Jahr 2012 noch einmal 2,2 Millionen Euro höher ausfällt. Ursprünglich war man von 3,6 Millionen Euro ausgegangen. Um das Minus zu senken, warb der Geschäftsführer jüngst gemeinsam mit Landrat Friedrich Zeller für die Schließung der defizitären Inneren Abteilung im Krankenhaus Peißenberg, doch sowohl Kreisausschuss als auch Kreistag lehnten ab. 

Den Streit um den Standort Peißenberg nennt Socher allerdings einen „Nebenkriegsschauplatz“, der nicht aus-schlaggebend für seine Entscheidung gewesen sei, sich vom Amt des Geschäftsführers zurückzuziehen. Auch das gestiegene Defizit sei „hinlänglich bekannt“. Er habe zu dieser Entwicklung ausführlich Stellung bezogen. Auf die Frage, ob er den nötigen Rückhalt von Seiten der Politik vermisst habe, gibt Socher hingegen eine vielsagende Antwort: Er schweigt. 

Dass der Hohenpeißenberger seine Beweggründe nur andeutet, dürfte auch mit seinem Verbleib im Unternehmen zusammenhängen. Sobald ein Nachfolger für das Amt des Geschäftsführers gefunden sei, werde er auf den Posten des Prokuristen zurückkehren, erklärt er. Mit dem jüngst eingestellten Florian Diebel gibt es dann zwei Führungskräfte in zweiter Reihe – für Socher kein Problem. „Die Unternehmensgröße gibt das her.“ Außerdem stehe sein Abschied ja bereits so gut wie fest. „Ich habe immer gesagt, dass ich mit 62 in die Altersteilzeit gehen will.“ 

Landrat Friedrich Zeller, der gleichzeitig Aufsichtsratchef der Krankenhaus GmbH ist, reagierte zurückhaltend auf Sochers Entscheidung. Sie sei nicht überraschend gekommen, sagte er auf Nachfrage des KREISBOTEN. Die Frage, ob Socher damit einer Abberufung zuvorgekommen sei, wollte Zeller nicht beantworten. „Das sind Personalangelegenheiten. Dazu kann ich nichts näheres sagen.“ Jetzt gehe es darum, einen Nachfolger zu finden. Man habe mit der Suche einen erfahrenen Headhunter beauftragt, teilte Zeller mit. Dass die Bewerber für den Posten nicht Schlange stehen, ist sich der Landrat bewusst: „Die Aufgabe ist sehr, sehr schwierig.“

Christoph Peters

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