Grau zu trist – Rot zu aggressiv – Stadtrat kämpft um Gestaltung der Dreifachturnhalle

Während der Bau der Dreifachturnhalle rasch voran schreitet, müssen bereits jetzt Details geklärt werden. Der Stadtrat hatte sich in seiner letzten Sitzung mit einem Sammelsurium an Gestaltungsfragen zu beschäftigen: Welche Farbe soll die Fassade haben? Aus welchem Material wird der Hallenboden bestehen?

Zurzeit fehlt das Dach und es stehen lediglich die Außenmauern. Fleißig gearbeitet wird am Eingangsbereich – so der Jetzt-Zustand der Dreifachturnhalle, wie der stellvertretende Stadtbaumeister Tibor Skroka den anwesenden Räten erklärte und zugleich bestätigte, dass derzeit alles „nach Plan“ laufe. Rede und Antwort über die Details gab Architekt Thomas Baldauf, der unter anderem die Varianten für den Außenanstrich aufzeigte. Da sich rund um die Sporthalle „viel Grün“ befände“, favorisierte dieser einen Beigeton am Hauptbaukörper. „Es könnte auch ein gebrochenes Weiß oder ein weiß-hellgrauer Ton sein, an den anderen Teilen abgestuft in Grau oder Dunkelgrau“, verdeutlichte der Planer. Innen schlug dieser für den Hallenboden ein helles Grün vor. Die in den Gängen verlegten Fließen sollten in sattem, glänzendem Rot sein und die Prallwände sollten aus gelochtem, birkefarbenen Holzfurnier bestehen. Für die Sanitärbereiche schlug der Fachmann graue Fließen vor und auch die Türen und Zargen sollten einen Grauton erhalten. „Das schaut ja auf dem Papier recht nett aus, aber sind die Weiß-Grau-Töne nicht recht schmutzanfällig?“, fragte Stadtrat Helmut Schmidbauer nach. „Die Farben werden hydrophob, also wasser abweisend sein“, entgegnete Baldauf. „Mich macht das Rot regelrecht aggressiv“, sagte UWV-Stadträtin Brigitte Ressle und monierte die insgesamt wenig gefällige Farbgestaltung. Auch Stadtratskollege Michael Motz (ebenfalls UWV) meinte: „Dieses Rot finde ich absolut hässlich“ und verwies gleichzeitig darauf, dass der Bodenbelag vor allem zweckmäßig sein müsste, statt einem rasch wechselnden Zeitgeist zu folgen. Stadträtin Ilona Böse von der SPD indes fand primär Gefallen an dem Farbkonzept, verwies aber auf die langen Wintermonate, in denen das Grün der umliegenden Bäume fehle und somit das Fassadengrau zu trist sein könnte. „Kann man nicht den Rotton der nahe liegenden Realschule aufnehmen? Oder gleich einen Blauton?“, fragte Ilona Böse skeptisch. „Grün ja, aber rot nein“, lautete das Statement von CSU-Fraktionschef Michael Eberle und auch UWV-Stadtrat Stefan Hild befand: „Grau in Grau ist im Winter zu trist und vor allem das viele Rot im Obergeschoss ist nicht haltbar. Da sollten wir nach Alternativen suchen“. Diese Alternative schlug anschließend Stadtbaumeister Ulrich Knecht vor. „Der grüne Boden ist eine gute Wahl“, sagte dieser und wusste die Mehrheit der Räte hinter sich. Doch statt der grell-roten Bodenfliese zauberte dieser eine wesentlich dunklere, einfarbig blau-grau marmorierte Bodenfliese hinter dem Vorhang hervor, die bei den Räten auf Zustimmung stieß. Da aber bisher kein Zeitdruck besteht, kam man überein, die Sitzung als „erste Lesung“ zu sehen. Einstimmig verabschiedet wurden der grüne Hallenboden, die anthrazitfarbigen Fensterrahmen und die birkefarbende Multiplex-Lochwand. Über den Außenanstrich und die Gangfliesen muss noch einmal diskutiert werden. „Das geben wir auf Wiedervorlage“, sagte Bürgermeister Karlheinz Gerbl abschließend. Das Gremium kam überein, sich Alternativen in anderen Hallen anschauen zu wollen.

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