Modeketten prüfen Standort

Kommt H&M nach Schongau?

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Noch weisen Schilder an den Schaufenstern des Gonizianer-Hauses auf die Suche nach einem Mieter hin.

Schongau – Vom „Magneten“ war die Rede, ebenso von der „historischen Chance“: Tatsächlich wäre das Vorhaben der dringend benötigte Schub für die Schongauer Altstadt. Das leerstehende Gonizianer-Haus in der Weinstraße könnte schon bald die Filiale einer großen Modekette beherbergen.

Schon im Oktober 2012 war erstmals Hoffnung aufgekeimt, dass nach 15 Jahren die Zeit des Leerstands bald vorbei sein könnte. Klaus Kirstein, Geschäftsführer des gleichnamigen Musikhauses, hatte das Gebäude aus der Insolvenzmasse des Vorbesitzers erworben. Der Käufer allerdings hielt sich bedeckt, ließ nur über seine Bank verlauten, dass er plane, in den oberen Stockwerken sechs Wohnungen zur Vermietung herzurichten. 

Es ist angesichts der jetzigen Entwicklung anzunehmen, dass seitdem im Hintergrund bereits Gespräche mit möglichen Interessenten für die rund 650 Quadratmeter umfassenden Geschäftsräume gelaufen sind. Das letzte Puzzleteil liefert wohl die benachbarte Metzgerei Boneberger. Laut Stadtbaumeister Ulrich Knecht ist sie bereit, ihren an das Gonizianer-Haus angrenzenden, ehemaligen Schlachthof zu verkaufen, wodurch die Gesamtfläche auf über 1000 Quadratmeter steigt. Eine stattliche Größe, die den Verkaufsraum auch für größere Modeketten interessant macht. „Es wäre die zwingend notwendige Belebung der Altstadt“, machte Knecht in der Stadtratssitzung am Dienstag klar. 

Noch seien die Verhandlungen mit den Interessenten nicht abgeschlossen, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD), der deshalb keine Namen preisgeben wollte. Es handle sich aber um Modeketten in der Größenordnung von H&M und C&A, verriet er dem KREISBOTEN. Für einen solchen „Magneten in der Altstadt“, der zusätzliche Kunden anziehe, sei man bereit, „alles zu tun“, versicherte er.

 Dem wollten auch die Stadträte nicht nachstehen. „Es wäre wie ein Sechser im Lotto, wenn das klappt“, sagte Peter Blüml (CSU) euphorisch. Einstimmig erfüllten er und seine Kollegen die Forderung der Interessenten nach einer eigenen Ladezone vor dem Gonizianer-Haus. Schneller dürften vier der sonst vom Gremium mit Argusaugen gehüteten Parkplätze in der Altstatdt noch nicht weggefallen sein. Auch dem Wunsch nach Kundenstellplätzen kam das Gremium insoweit nach als es beschloss, die Parkdauer auf den gegenüberliegenden sieben Stellplätzen von drei Stunden auf eine zu reduzieren und Anwohnern das Parken dort zu verbieten. 

Ob dies dem vielfach gewünschten „Magneten“ reicht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. chpe

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