Haus für Kinder und Kindergarten Regenbogen

Neubau und Sanierung

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Sanierungsfall: der Kindergarten Regenbogen an der Bahnhofstraße.

Schongau – Wie geht es weiter mit dem Kindergarten in der Bahnhofstraße und wie groß soll das neue Haus für Kinder werden? Zwei Fragen, über die der Stadtrat kürzlich lange debattierte, um die Entscheidung schließlich auf die Haushaltssitzung zu verschieben (der Kreisbote berichtete). Dort brachte das Gremium die millionenschweren Projekte jetzt auf den Weg.

 Um sie zeitnah verwirklichen zu können, musste an anderer Stelle der Rotstift angesetzt werden. Dass der Kindergarten an der Bahnhofstraße seine besten Zeiten hinter sich hat, ist seit langem ein offenes Geheimnis. Zwar hat die Stadt die Sanierungskosten bereits 2014 ermitteln lassen, doch in der aktuellen Haushaltsplanung tauchte die Instandsetzung erst im Jahr 2020 auf.

Nicht nur Michael Eberle (CSU) war das zu spät. Er forderte, die Sanierung gemeinsam mit dem geplanten Neubau des Hauses für Kinder am Gartenweg anzugehen. Schon in der vorherigen Sitzung hatte Stadtbaumeister Ulrich Knecht zwei Varianten präsentiert, wie die beiden Projekte umgesetzt werden könnten.

Die erste sah einen Neubau mit vier Gruppen (drei Kindergarten- und eine Krippengruppe) vor. Der Kindergarten an der Bahnhofstraße würde in diesem Fall für zwei Gruppen hergerichtet werden (2,66 Millionen Euro). In Variante zwei kämen in Neubau und bestehendem Kindergarten je drei Gruppen unter (2,84 Millionen Euro). Um die Sanierung des Kindergartens Regenbogen allerdings wie gewünscht vorziehen zu können, fehlten im Haushalt je nach Variante 410000 bis 580000 Euro, rechnete Knecht vor.

Deshalb waren Bauamt und Kämmerei vor der Haushaltssitzung die Liste der Bauprojekte durchgegangen, um zu eruieren, wo sich noch der ein oder andere Euro einsparen ließe. Und tatsächlich: „Wir sind auf ein Einsparpotential von 645000 Euro gekommen“, sagte der Stadtbaumeister. Das fängt beim Sonnengraben an. Der soll zwar wie geplant heuer im Juni freigegeben werden, doch die städtebauliche Aufwertung wird aus Zuschussgründen jetzt erst gemeinsam mit der Sanierung der Stadtmauer verwirklicht (115000 Euro).

200000 Euro spart die Stadt, weil die Mietcontainer für die Grundschule günstiger werden als geplant. Bei der Recherche stießen Knecht und seine Mitarbeiter außerdem über einen Haushaltsposten für die neue Beleuchtung der Münz- und Weinstraße vorsah. Da deren Umbau auf die Zeit nach 2020 verschoben ist, macht auch eine neue Beleuchtung für 100000 Euro vorher keinen Sinn.

Später soll auch der barrierefreie Weg an den Lech umgesetzt werden, was 60000 Euro Ersparnis bringt. Immerhin 30000 Euro spart die Stadt bei der Wasserleitung am Friedhof und auch die Renovierung des Feuerwehrhauses wird vorerst auf das Nötigste, nämlich den Austausch der Fenster, beschränkt. Einstimmig segneten die Stadträte die vorgeschlagenen Einsparungen ab.

Deutlich mehr Diskussionsbedarf gab es bei der Frage, welche der beiden Varianten nun umgesetzt werden sollte. Aus Sicht der Verwaltung halte man einen Neubau mit vier Gruppen für die beste Lösung, sagte Stadtmitarbeiterin Rita Weckbecker. Sie verwies auf die Möglichkeit, den Kindergarten Regenbogen in diesem Fall mit drei Gruppen belassen zu können, sollte der Bedarf noch weiter steigen.

Ilona Böse (SPD) führte zudem das bessere Raumprogramm und die geringeren Kosten ins Feld. Bei der CSU bevorzugte man dagegen Variante zwei. „Sie ist pädagogisch sinnvoller“, begründete Eberle.

Doch dieser Argumentation folgte die Mehrheit der Räte nicht. Mit 9:14 wurde sie abgelehnt. Das folgende Votum für Variante eins fiel einstimmig aus.

Christoph Peters

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