Eröffnung

Ein "MühlenMarkt" für die Altstadt

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Richtig voll war es bei der Eröffnung des neuen "MühlenMarkts" in der Schongauer Altstadt.

Schongau – Zehn Jahre lang waren die Herzogsägmühler Läden „gebrauchs.gut“ und „lebensmittel.punkt“ nur gute Nachbarn in der Schongauer Altstadt. Seit Dienstag sind sie nun ein paar Häuser weiter westlich unter einem Dach vereint. Natürlich ließ es sich das Diakoniedorf nicht nehmen, die Eröffnung des neuen Schongauer „MühlenMarkts“ in der Weinstraße 11 gebührend zu feiern.

„An den Anblick eines derart vollen Marktes könnte ich mich glatt gewöhnen“, schmunzelte Hans Rock, als der stellvertretende Direktor von Herzogsägmühle den Blick über die dicht gedrängt stehenden Gäste im „MühlenMarkt“ schweifen ließ. Tatsächlich platzte der neue Laden zur offiziellen Eröffnung aus allen Nähten, so viele waren der Einladung des Diakoniedorfs gefolgt.

Die Idee, die beiden Läden „gebrauchs.gut“ und „lebensmittel.punkt“ zusammenzulegen, war vor gut einem Jahr entstanden, nachdem der Besitzer des Gebäudes in der Weinstraße 11 Herzogsägmühle die Anmietung der Ladenflächen angeboten hatte. Erst kurz zuvor war dort nach langem Streit zwischen Besitzer und Mieter der ep-Fachmarkt ausgezogen. Für die oberen Stockwerke hatte das Diakoniedorf zu diesem Zeitpunkt bereits einen Mietvertrag unterzeichnet, um dort zwei Wohngruppen unterzubringen. Diese sind Ende 2015 eingezogen.

Die Möglichkeit, auch den unteren Teil des Gebäudes anzumieten, sei gleich verlockend gewesen, sagte die kaufmännische Leiterin Ruth Connolly bei der Einweihung. Denn an den bisherigen Standorten war man an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. Es fehlte an einem Büro , einem Aufenthaltsraum, einer größeren Küche und vor allen Dingen an Platz, um mehr Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigungsmöglichkeit bieten zu können. Die Chance, all diese Einschränkungen mit einem Umzug zu lösen, wollte man sich nicht entgehen lassen.

"MühlenMarkt"-Eröffnung - die Bilder

Zuvor aber galt es, ein neues Konzept zu erarbeiten. Als Vorbild für den neuen Laden diente der „MühlenMarkt“ in Herzogsägmühle, der sich seit fünf Jahren großer Beliebtheit erfreut. Realisiert hatte ihn der Schongauer Architekt Fritz Weinberger, den das Diakoniedorf auch diesmal mit ins Boot holte. Herausgekommen ist ein hell und einladend wirkender Verkaufsraum im Erdgeschoss.

 Angeboten werden wie bisher Lebensmittel aus dem Edeka-Sortiment, Back- und Wurstwaren aus eigener Produktion sowie die Produkte der Herzogsägmühler Werkstätten. Auch der beliebte Imbiss darf natürlich nicht fehlen. Neu dagegen ist ein kleines Samocca-Stehcafé, das mit einer Auswahl an hochwertigen Kaffeesorten aufwartet.

 Im ersten Stock könne man zudem den Werkstattbeschäftigten beim Nähen und Töpfern über die Schulter sehen, sagte Connolly. Durch das größere Platzangebot gebe es jetzt außerdem Rückzugsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Deren Zahl steigt von elf auf bis zu 20, sie alle erwarte ein interessanter Arbeitsplatz unter reellen Bedingungen, so Connolly. „Der größte Erfolg für uns wäre, wenn sich die Beschäftigung hier für den ein oder anderen als Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt erweist.“

Wie wichtig der „MühlenMarkt“ für die Altstadt ist, hob Bürgermeister Falk Sluyterman hervor. Immer wieder habe er in der Vergangenheit versucht, einen Lebensmittler für Schongaus Zentrum zu gewinnen – jedoch aufgrund des fehlenden Einzugsgebiets ohne Erfolg. „Sie schließen hier eine Versorgungslücke.“ Gerade die älteren Mitbürger seien froh und dankbar für die Einkaufsmöglichkeit in der Altstadt.

Auch ihn selber werde man mit Sicherheit in Zukunft des öfteren im Stehcafé antreffen, kündigte Sluyterman an. Dort zeigte das Stadtoberhaupt anschließend sein Geschick an der Espresso-Maschine. Für die Aktion Rollentausch wechselte er als Servicekraft hinter die Theke.

Christoph Peters

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