Aus der Historie für die Zukunft lernen – Molkereimuseum in Bernbeuren feiert 20-jähriges Bestehen

Dem Fachmann auf die Finger geschaut: Franz Multerer (li.) stellte anlässlich des Jubiläums Alprahmkäse her. Foto: ola

Kürzlich feierte eine Einrichtung, die aus Bernbeu­ren gar nicht mehr wegzudenken ist, ihr 20-jähriges Bestehen. Die Rede ist vom Molkereimuseum. Sigrud und Hans Bauer haben das Haus 1990 eröffnet. Seitdem bekamen 6500 Besucher Einblicke in die Geschichte der einheimischen Milchwirtschaft.

Die Bauers kauften die „Untere Käsküche“ 1986, um für Jugendgruppen ein Seminarhaus zu schaffen. Es standen damals noch diverse Molkereigeräte herum. Zu schade, um sie wegzuwerfen, fanden die neuen Eigentümer. Also beschlossen die Bauers ein Molkereimuseum zu etablieren. „Wer die Historie nicht kennt oder nicht beachtet, ist meist nicht fähig beziehungsweise hat keine Möglichkeit, daraus für Gegenwart und Zukunft zu lernen, Schlüsse zu ziehen, sich zu orientieren“, betonte Hans Bauer anlässlich der Jubiläumsfeier. Bis 1968 waren in dem Gebäude jeden Tag 5000 Liter Milch zu Käse und Butter verarbeitet worden. Anschließend diente die „Untere Käsküche“ den örtlichen Bauern noch bis 1985 als Milchsammelstelle. Das Museum beherbergt allerhand Gerätschaften, Arbeitskleidung und Dokumente. Zudem gibt es eine Bibliothek, die Literatur über das Molkereiwesen vorhält. Unter Anleitung von Fachleuten finden in dem Haus auch Käsekurse statt. Bis heute nahmen daran 2000 Menschen teil. Die Festredner zogen allesamt den Hut vor den Museumsbetreibern. „Für die Gemeinde war es ein großer Glücksfall, dass die Familie Bauer das Gebäude gekauft hat“, betonte Vizebürgermeister Karl Lieb. Ortsbäuerin Anni Weiher bezeichnete das Museum als eine „große Bereicherung für das Dorf“. Die Bauers hätten „sehr viel Kraft und Liebe dafür aufgebracht“. Auch Kreisbäuerin Silvia Schlögel zollte den Museumsgründern ihren Respekt. „Gäbe es nicht so engagierte Menschen wie die Bauers, dann sähe die Welt ganz anders aus.“

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