Historisches Bauernhaus durch Feuer stark zerstört

"Nicht viel zu retten"

+
Ein Blick in das Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen ist. Hier hat das Feuer am schlimmsten gewütet. Um das Haus zu stabilisieren, wurden Stützen eingebracht.

Rottenbuch – Ein Brand hat eines der ältesten Blockhäuser Bayerns stark zerstört. In der Nacht auf Totensonntag vernichtete das Feuer die Stube des 1371 erbauten Hauses, was nicht Opfer der Flammen wurde, ist durch einen öligen Rußfilm in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Bewohner entkamen dem Inferno durch einen glücklichen Zufall, nur der Familienhund wurde Opfer der giftigen Rauchgase.

Das Haus, vor allem der südliche und älteste Teil des unter Denkmalschutz stehenden Hauses ist eine Trümmerwüste. Dort, wo das Feuer ausgebrochen ist, sorgt der penetrante Brandgeruch dafür, dass man sich nur kurz hier aufhalten kann oder mit leichtem Atemschutz, wie die beiden Ermittler der Spurensicherung.

Was nicht Opfer des Feuers selbst wurde, wie das Inventar oder die Deckenbalken, wurde durch die Löscharbeiten zerstört. Vor allem musste das an sich flammenhemmende Isoliermaterial aus der Zwischendecke herausgerissen werden, um die Ausbreitung des Feuers zu unterbinden. Trotzdem musste die Feuerwehr, Stunden nachdem das Feuer als gelöscht angesehen war, die Fassade aufbrechen und Glutnester, die man mit Hilfe der Wärmebildkamera aufgespürt hatte, bekämpfen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass viel zu retten ist“, stellt Peter Krecu resigniert fest. Seine Familie hat hier in der Rudersau Nummer Vier gelebt, das Haus gehört der Familie seiner Frau. Und was nicht direkt durch die Einwirkung von Hitze und Flammen zerstört wurde, ist mit einem öligen schwarzen Rußfilm überzogen, Folge der brennenden Kunststoffe. Ursprünglich weiße Lampenschirme sind grau, die Kleidung stinkt und ist verdreckt, wie Krecu erzählt.

Nur einem Zufall verdankt die Familie ihr Leben, während Vater und Sohn auf einer Sportveranstaltung außerhalb unterwegs sind, feiert die Mutter auf einer Geburtstagsparty bei den Nachbarn. Nachbarn auch sind es, die im Vorbeifahren auf der Straße zwischen Steingaden und Rottenbuch den Feuerschein entdecken und die Rettungskräfte alarmieren.

Während die Feuerwehr anrückt, suchen die Nachbarn nach der Familie im Haus. Teilweise nur notdürftigst bekleidet unternehmen sie bei frostigen Temperaturen erste Löschversuche und versorgen später die Feuerwehrkameraden, die erst nach zehn Stunden den Kampf gegen das Feuer gewinnen. Ihnen zollt die Familie, aber auch Bürgermeister Markus Bader Respekt und Anerkennung, insbesondere betont Bader, sei dies ja schon der zweite schwere Brand in Rottenbuch innerhalb weniger Monate.

Wie es zu dem Feuer, das gegen 23.20 Uhr gemeldet wurde, kommen konnte, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Ermittler der Kriminalpolizei waren vor Ort im Einsatz, um etwaige Spuren zu sichern. Dass es sich um einen technischen Defekt handeln könnte, schließt Peter Krecu aus. Erst vor einigen Wochen habe man einen Stromkreis erneuert, alles sei auf dem technisch neuesten Stand gewesen, erklärt der UPM-Manager.

Kein Trost allerdings, da der treue Labrador der Familie, Keiros, bei dem Feuer ums Leben kam. Krecu vermutet, dass er einfach eingeschlafen ist, nachdem sich Kohlenmonoxid durch das Feuer gebildet hatte.

An eine Rückkehr ins Haus ist derzeit nicht zu denken, lediglich die Einliegerwohnung und der Anbau wurden nicht vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Man habe eine Ferienwohnung in Rottenbuch, so Krecu, für die erste Zeit. Nun gilt es, weiteren Schaden abzuwenden. Inwieweit das Haus beheizt werden kann, damit der Frost keinen Schaden anrichtet, wird gerade geklärt. Die Versicherung indes kann erst tätig werden, sobald die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat.

Oliver Sommer

Meistgelesene Artikel

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Immer mehr "Fehlbeleger"

Schongau – In Schongau lebten zum Jahresende 188 Flüchtlinge, darunter einige sogenannte Fehlbeleger. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. Denn ob und …
Immer mehr "Fehlbeleger"

Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Schongau – An Baustellen mangelt es in der Schongauer Grundschule aktuell nicht. Doch als wäre der Teilabriss samt Neubau nicht schon schwierig …
Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Kommentare