Imposantes Freilicht-Spektakel – "Wunder Wies" erzählt die Geschichte der Wieskirche

Ein großes Aufgebot an Darstellern wirkt beim Freilichtspiel „Wunder Wies“ mit. Fotos (9): Schmid

Ein imposantes Freilicht-Spektakel zauberten die Macher des Mysterienspiels „Wunder Wies“ auf die Bühne im Fohlenhof in Steingaden: Das Stück, das noch bis zum 13. August läuft, feierte am vergangenen Wochenende seine Premiere.

Mit einem gigantischen Aufwand wird derzeit im Freiluft-Theater das Stück um die Entstehung der Wieskirche auf die Beine gestellt – und dazu werden keine Mühen gescheut: Zu dem großen Aufgebot an Mitwirkenden – ob Schauspieler, Theaterchor oder das Orchester des Musikvereins Steingaden – werden auch Pferdegespanne, uralte Kutschen und lebendige Ziegen auf die Bühne geholt und geschickt in die Handlung mit eingebunden. Und auch die in aufwändiger Arbeit geschneiderten Kostüme tragen maßgebend dazu bei, dass sich der Zuschauer sofort ins 18. Jahrhundert zurück versetzt fühlt. Dazu kommt eine großzügige Bühne, die sich über den gesamten Hof zieht und Einblicke in die verschiedensten Räumlichkeiten gewährt – ob in das Schlafgemach der Eheleute Lori, wo der Bauer Martl von seiner Frau Maria gerade die „ehelichen Pflichten“ einfordert, in die Stube des Abts, wo sich die Geistlichkeit zunächst dagegen wehrt, die Tränen der Christusfigur als Wunder anzuerkennen, oder aber ins Wirtshaus, wo das Wies-Wunder über den Stammtisch publik gemacht wird. Die Bühne, die somit einen raschen Szenenwechsel ermöglicht, kommt aber erst richtig durch die herrlich dazu passende Kulisse der Mauern, die den Fohlenhof umgeben, zur Geltung. Ein eindrucksvolles Bild eröffnet sich dem Zuschauer insbesondere in den Szenen, in denen das „Volk“ sich über die ganz Länge der Bühne verteilt – etwa wenn der Theaterchor eine Prozession darstellt und „O Haupt voll Blut und Wunden“ singt. Überhaupt hat die musikalische Untermalung der Handlung durch den von Caspar Berlinger geleiteten Chor und die Musikkapelle unter dem Dirigenten Georg Müller einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Schauspiels. Ein dickes Lob gilt hierbei dem Komponisten Marcus Graf, dem es gelungen ist, die jeweilige Stimmung gekonnt durch die passende Musik zu unterstreichen. Authentisch wirkt das Stück auch dadurch, dass die Schauspieler teils im Steingadener Dialekt sprechen. So wirkt zum Beispiel auch die Geschichte des Tränenwunders, die schließlich dazu führte, dass immer mehr Menschen in die Wies pilgerten, sehr echt. Gelungen inszeniert ist die späte Erkenntnis des Lori-Bauern, wie sehr er seine Frau eigentlich liebt, und dessen Abholung in die Ewigkeit durch die beiden Genien. Nicht zu übersehen war der Materialaufwand, der zum Bau der Kirche einst nötig war: Dieser wurde durch Pferdegespanne, die mächtige Balken und ein Riesenhaufen von Steinen über die Bühne zogen, sehr anschaulich dargestellt. Etwas straffen könnte man hingegen das mystische Vorspiel im ersten Akt, für dessen Verständnis es sich übrigens empfiehlt, sich an der Kasse ein Programmheft zu besorgen, in welchem die Hintergedanken des Autors zu den einzelnen Szenen genauer erörtert werden. So manch ein Premierenbesucher, der sich das „Wunder Wies“ ansah, glaubte schon vor der Aufführung, ein kleines „Wunder“ zu erleben: Denn während es im Schongauer Land den ganzen Tag über in Strömen geregnet hatte, schien Petrus pünktlich zur Erstaufführung auf einmal wie auf Kommando den Himmel dicht zu machen und sorgte schließlich dafür, dass die gesamte Aufführung ohne auch nur einen einzigen Regentropfen über die Bühne gehen konnte. Karten für weitere Vorstellungen sind unter www.wunder-wies.de oder in der Tourist Info Steingaden erhältlich.

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