Jahrbuch "Der Welf" vorgestellt

Ein breites Spektrum regionaler Geschichte deckt der zehnte „Welf“ ab, der kürzlich veröffentlicht wurde. Gewidmet ist das neue Jahrbuch des Historischen Vereins Schongau dem emeritierten Professor Doktor Hans Pörnbacher, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiern konnte. „Herr Professor, gut, dass es Sie gibt“, sagte die Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau, Heide Kraufhauf, zu Professor Pörnbacher und zu den zahlreichen Gästen, die in den Rathaussitzungssaal gekommen waren.

In feierlichem Rahmen wurde dort der neue „Welf“ vorgestellt – der mit etwas mehr als 500 Seiten das bisher dickste Jahrbuch ist. Doch liegt es weniger an der Fülle von Beiträgen, sondern vielmehr an der Ausführlichkeit, mit der die einzelnen der insgesamt zwölf Aufsätze verfasst worden sind. So informiert zu Beginn Hedwig Heger den Leser darüber, was ein Rechnungstext nach 800 Jahren noch alles zu bezeugen vermag und schließt damit an den vorletzten Band an, der sich der Thematik des Schongauer Siedlungsraumes und der Stadtgründung widmete. Hedwig Heger, die die Ausführungen zu der Erstnennung der Schongauer Währung in ihrer Habilitation mit bearbeitete, beschreibt hier ein Stück der bunten Welt des Mittelalters und zieht gleichzeitig direkte Bezüge zur Region. Während sich Helmut Schmidbauer in seinem Text auf die frühmittelalterlichen Gräberfunde in Burggen konzentriert, beschäftigt sich der Beitrag von Mechthild Pörnbacher mit dem Hochaltarbild von St. Georg auf dem Auerberg und der Verehrung des Gnadenbildes von Genazzano in Bayern, Tirol und den angrenzenden Gegenden. Neben weiteren Texten, die sich mit Aspekten verschiedener regionaler Kunstwerke auseinander setzen, bringt der nun erschiene „Welf“ weitere interessante Beiträge. „Der Kreis Schongau im Luftkrieg. Vorbereitung, Kriegsjahre und Nachwirkungen“ heißt der Titel des Aufsatzes von Franz Grundner, in dem er beeindruckende Fotos zur genauen Lage und den Ausmaßen des Schongauer Flugplatzes zeigt. Interessant ist auch die Frage, der Harald Scharrer nachgeht. Dieser beleuchtet die Entwicklung des Tourismus im Schongauer Land und Alfred Gössmann vergleicht in seinem Artikel die Heilpflanzen in und um Schongau anno 1858 und heute. Ergriffen zeigte sich Professor Pörnbacher nach der Festrede von Dr. Peter Volk. Dieser hatte den Jubilar als herausragenden Wissenschaftler mit einem schier unerschöpflichen Schaffensdrang bezeichnet. Auch die Vorsitzende Krauthauf lobte Pörnbacher, der zahlreiche herausragende Arbeiten zu kunstgeschichtlichen Aspekten unserer Region veröffentlicht hat. „Nicht nur, dass sie unserer Region so viel Aufmerksamkeit geschenkt haben, ist für uns wertvoll, sondern auch, wie und in welcher Form sie uns den Wert von Kunst, Kultur und Dichtung vermittelt und uns damit die Augen geöffnet haben“, bekannte Krauthauf. Als Dank für seine Arbeit, die Pörnbacher auch für den Historischen Verein tätigte, überreichte Krauthauf einen druckfrischen „Welf“ an den Jubilar.

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