60 Jahre, aber kein bisschen veraltet

Von den1950er bis heute: Mit einer kunterbunten Schau warfen die Realschüler einen Blick auf 60 Jahre Mode. Fotos: Peters

Es war eine gelungene Auftaktveranstaltung, mit der die Pfaffenwinkel-Realschule am vergangenen Montag ihre Jubiläumswoche zum 60-jährigen Bestehen eröffnete. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich ihr Erscheinen nicht nehmen lassen und dürften es kaum bereut haben: Die Realschüler führten mit viel Witz durch ein kurzweiliges Programm.

Schon zu Beginn stand schnell fest, dass die Schüler und nicht ihre Lehrer an diesem Abend die Hauptrolle spielen sollten. Das Schüler-Duo Arijeta Arifi und Cristopher Coban unterbrach den stellvertretenden Schulleiter Armin Eder bereits nach wenigen Worten und nahm fortan die Moderation in die Hand. Gekonnt und mit witzigen Überleitungen kündigten sie die Redner und Programmpunkte an. Den Anfang machte standesgemäß Schulleiter Karl-Heinz Kröniger, der in seiner Begrüßung auf die lange Geschichte der Realschule einging. Dabei hob er besonders die Innovationen hervor, die die Schule geprägt hätten, sei es die Erprobung der Fünf-Tage-Woche 1959 oder der Beginn des Computerzeitalters in den 80er Jahren. Natürlich durften auch Grußworte der stellvertretenden Landrätin Andrea Jochner-Weiß und der Landtagsabgeordneten Renate Dodell nicht fehlen. Erstere lobte die „Bildungskontinuität und Nachhaltigkeit“, die die Schule seit 60 Jahren auszeichne. „Hier wird Jugendlichen Orientierung und Halt gegeben.“ Dodell pries die Realschule als „echtes Erfolgsmodell“. Beeindruckt zeigte sie sich von der organisierten Jubiläumswoche: „Das zeigt, hier steht der Mensch, der Schüler im Mittelpunkt.“ Schongaus 2. Bürgermeister Paul Huber zitierte in seiner Rede aus einer Festschrift zum 700-jährigen Stadtjubiläum, die ihm bei der Vorbereitung zufällig in die Hände gefallen war und worin von einem erfolgreichen Start der Mittelschule 1952 berichtet wurde. Seit damals habe sich viel geändert, blickte Huber zurück. Er erinnerte vor allem an den mehrmaligen Ausbau der Schule und dem Irrtum, dem der ehemalige Bürgermeister Luitpold Braun 1985 unterlag, als dieser den erneuten Ausbau für den endgültig letzten hielt. „In gewisser Weise hat er Recht gehabt, danach war ja der Landkreis zuständig“, schmunzelte Huber. Nach dem 2. Bürgermeister trat dessen Namensvetter Bernhard Huber ans Mikrofon. Der Elternbeiratsvorsitzende, der selbst 1977 seinen Abschluss an der Pfaffenwinkel-Realschule gemacht hatte, erklärte, nicht im Traum daran gedacht zu haben, „dass ich hier einmal ein Grußwort spreche“. Zum großen Glück seien Eltern an der Schule mittlerweile gern gesehen, lobte Huber, der sich allerdings eine kleine Kritik nicht verkneifen konnte. „Es gibt hier sehr viele gute und schöne Dinge, aber auch noch einiges zu verbessern.“ Mit Hans Stelzner hatten die Organisatoren auch einen Schüler der ersten Stunde für eine kurze Rede akquiriert, ehe schließlich der Ministerialbeauftragte Ernst Fischer als Letzter ans Rednerpult trat. Zum „Ehrentag“ der Schule lasse er es sich nicht nehmen, ein „emotionales Plädoyer“ für die Realschule zu halten, verkündete Fischer. „Sie war und ist eine innovative Schulart, die es hoffentlich in Bayern noch lange geben wird.“

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