50 Jahre SPD-Ortsverein Altenstadt-Schwabniederhofen

Ernste Themen beim runden Geburtstag

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Ortsvorsitzender Konstantin Papamichail, Albert Herrmann, SPD-Urgestein in Altenstadt, und Generalsekretärin Natascha Kohnen.

Altenstadt – Griechischen Rotwein und Honig vom Imker und eingefleischten Sozialdemokraten Franz Kuran aus Schwabniederhofen hat die bayerische SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen vom Jubiläum 50 Jahre Ortsverein mit nach Hause genommen. Überreicht hat ihr den süßen Aufstrich und den edlen Tropfen Ortsvorsitzender Konstantin Papamichail, der selbst aus Griechenland stammt. Die Generalsekretärin und Landtagsabgeordnete war die Festrednerin. Sie befasste sich mit dem Zustrom von Flüchtlingen und warb eindringlich darum, „dass wir mit dem Thema sachlich umgehen.“

Natascha Kohnen begrüßte den „Brandbrief“ mehrerer bayerischer Oberbürgermeister an die Staatsregierung. Rechtsextremismus beginne nicht erst, wenn Neonazis eine Flüchtlingsunterkunft in Brand stecken. Staatliches Handeln müsse früher einsetzen, indem die Politik die Zivilgesellschaft einbinde. Bürgerinitiativen und Projekte gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus sollten unterstützt und finanziell gefördert werden. Das sogenannte Handlungskonzept der Staatsregierung gegen Rechtsextremismus helfe den Kommunen ohne ausreichende finanzielle Ausstattung nicht weiter. 

Die Generalsekretärin befasste sich auf der Feier im Bürgerzentrum in Altenstadt auch mit dem Klimawandel. Wüsten würden in Afrika fortschreiten, Menschen würden dadurch zurückgedrängt. „Wir müssen die Energiewende jetzt schaffen“, betonte Natascha Kohnen. Kein Thema stünde in der Politik für sich allen; alles greife ineinander über – dafür stünden auch der Klimawandel als Ursache von Not und die Problematik, dass Menschen vor Krieg, Armut und Verzweiflung fliehen. 

Kohnen sprach sich zwar dafür aus, die Asylverfahren in Deutschland zu beschleunigen. Eindringlich warnte sie aber mit Blick auf die Auffangzentren für Ankömmlinge aus dem westlichen Balkan davor, Flüchtlinge in erste und zweite Klasse aufzuteilen. Mit dem Thema hautnah konfrontiert sind die Städte und Gemeinden – auch Altenstadt, wo Ende 2015 bzw. Anfang 2016 bis zu 120 Asylbewerber in der ehemaligen Vatter-Halle aufgenommen werden. 

Bürgermeister Albert Hadersbeck ging freilich im Grußwort mehr darauf ein, dass 1965, als in Altenstadt der SPD-Ortsverein aus der Taufe gehoben wurde und die Bundesrepublik kurz vor der ersten Großen Koalition stand, die politische Motivation „ausgeprägt“ war. Die Akzeptanz aller etablierten Parteien sei gesunken. Dem stünde eine „enorme Erwartungshaltung“ der Bürgerinnen und Bürger gegenüber. 

„Elementar für die Demokratie“ sind nach den Worten des früheren Landrats und Schongauer Bürgermeisters Friedrich Zeller die Parteien. Sie seien genauso unverzichtbar wie starke Institutionen. Markus Bader aus Rottenbuch bezeichnete in seinem Grußwort namens der sozialdemokratischen Bürgermeister die SPD als eine Partei mit ausgeprägter Programmatik, wofür der Einsatz für moderne Arbeitsplätze ebenso stünde wie die Energiewende und das aktive Mitgestalten der Zuwanderung. 

Im Bereich Weilheim-Schongau hat die SPD neun Ortsvereine von Penzberg bis Altenstadt. Im westlichen Bereich sind es vier: Hohenpeißenberg, Peiting, Schongau und Altenstadt-Schwabniederhofen. Dominik Hey bescheinigte als Vertreter des Unterbezirks Weilheim-Schongau dem SPD-Ortsverein Altenstadt-Schwabniederhofen, der 25 Mitglieder zählt, einen „familiären Rahmen“. Hey ist Ortsvorsitzender in Weilheim und Kassier im Kreisverband. 

Konstantin Papamichail, der vor kurzem mit Frau Barbara und den vier Kindern von Schwabniederhofen nach Altenstadt umgezogen ist, führt den Ortsverein seit 2011. Zudem gehört er mit Edda Jaud seit 2014 dem Gemeinderat an. Er erinnerte an die Gründungsmitglieder Jakob Spieß, Helmut Kaindel, Herbert Laube, Friedrich Pasch und Hans Lassive. 

Anerkennende Worte fand Papamichail für die „gute Mannschaft“ in der Vorstandschaft, wobei er Schriftführerin Johanna Tetzlaff, Pfarrer Winfried Scholl (Kassier) und Johann Zidek erwähnte. Für die langjährige Treue im Ortsverband würdigte er den früheren Gemeinderat Albert Herrmann mit einer Urkunde. Der bekam so wie Generalsekretärin Natascha Kohnen als Präsent auch einen griechischen Rotwein und Honig vom Hobbyimkers Franz Kuran, der früher ebenfalls Gemeinderat und Kreisrat war.

Johannes Jais

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