Kampf um "fairen Milchpreis": Im Schlepperkorso zur Molkerei

Über 80 Traktoren ratterten am 16. April durch die Lechstadt. Mit dem Fahrzeugkorso, mit Transparenten, einer Kundgebung und einem Fackelmarsch brachten die Milchbauern zum Ausdruck, dass sie mit dem „historisch niedrigen Milchpreis“ auf ihren Höfen nicht mehr über die Runden kommen. Der Kreisvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter Bernhard Heger aus Peißenberg forderte vor dem Käseladen der Firma „Hochland“ die Molkereien zur Zusammenarbeit auf, weil sonst in der Region „bald die Lichter ausgehen“ würden.

Ihr Mienen sind düster, ihr Gesichtsausdruck zeigt Anspannung. Eine nicht überschaubare Menge von Milchbauern mit ihren Familien haben sich vor dem Käseladen an der Zufahrtsstraße zur Firma „Hochland“ in Schongau eingefunden, um an einer Kundgebung teilzunehmen. Solidarisch zeigten sich am vergangenen Donnerstag viele Verbraucher, die im Fackelschein den Rednern zuhörten. Ein Schlepperkorso von über 80 Traktoren und Zugmaschinen rollte im Vorfeld durch die Lechstadt und hatte den Verkehr für über 15 Minuten lahm gelegt. Die Milchbauern wollten mit dieser Aktion ihren Unmut über den ihrer Meinung nach viel zu niedrigen Milchpreis zum Ausdruck bringen. Auf einer Schautafel wurde das Absinken des Milchauszahlungspreises der Firma „Hochland“ dargestellt. Bekam der Bauer im Januar 2008 noch 42 Cent für einen Liter Milch bezahlt, so sank der Preis innerhalb eines Jahres auf 29 Cent. Im März diesen Jahres wurde sogar ein Niedrigstand von 26 Cent erreicht. Dass es so nicht weitergehen kann, zeigten die Bauern geschlossen und mit Entschlossenheit. Mit Transparenten wie „Qualitätsmilch nicht zum Schleuderpreis“ und „Wir wollen keine Almosen, sondern gerechten Lohn“ zeigten die Bauern ihren Unmut. Wie extrem angespannt die derzeitige Situation ist, brachte Bernhard Heger aus Peißenberg, Kreisvorsitzender des Bundesverban- des Deutscher Milchviehhalter (BDM), in seiner Rede zum Ausdruck. „Man wird keine Ruhe geben, bis auf höchster politischer Ebene den Forderungen der Bauern nachgekommen wird“, betonte Heger. Als weitere Redner schlossen sich CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der Garmischer Landrat Harald Kühn, Bäuerin und Mutter Brigitte Taffertshofer, Markus Reichenberg, Bundestagskandidat der Grünen und Josef Lieb, agrarpolitischer Sprecher für das „Landvolk“, an. Mit einem Fackelmarsch zur Firma „Hochland“, angeführt von der Musikkapelle Rottenbuch, dem Verlesen einer Resolution und deren Übergabe an den Vertreter der Firma „Hochland“, Rainer Butzke wurde die nächtliche Veranstaltung beendet. Hoffen auf Milchgipfel Mit ihren wochenlangen Protesten und dem Aktionstag am vergangenen Donnerstag haben die Milchbauern erreicht, dass nun am Dienstag, 28. April, unter der Leitung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein zweiter „Milchgipfel“ einberufen wird. Bei diesem Runden Tisch, an dem sich laut BDM auch der Bauernverband beteiligt, soll gemeinsam mit den Molkereien nach Lösungen gesucht werden, um die Folgen der Milchmarktkrise zu lindern und „das Problem des Überangebotes an Milch auch tatsächlich an der Wurzel zu packen“.

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