Kanalsanierung in der Zweigstraße

Schwieriger als gedacht

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Der Plan für Variante 2: rot gestrichelt die Rückstauebene, über die das Abwasser, etwa der Waschmaschine, gehoben werden muss.

Schongau – Die Zweigstraße, die parallel zur Sonnenstraße verläuft, ist gerade einmal 120 Meter lang und viereinhalb Meter breit. Doch gerade diese kleinen Maße bereiten jetzt Probleme bei der anstehenden Sanierung des in die Jahre gekommenen Kanals.

Seit längerem planen die Stadtwerke, die Zweigstraße an das Fernwärmenetz der Stadt anzuschließen. Wie deren Mitarbeiter Alexander Joseph am Dienstag im Werkausschuss erläuterte, wolle das Unternehmen in diesem Zug gleich auch die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung, die Stromversorgung, die Straßenbeleuchtung und die Fahrbahn erneuern. 

Besonders der Kanal, der noch aus den 1930er Jahren stammt, befindet sich in einem desolaten Zustand, wie Joseph mit Bildern untermauerte. Sie zeigten beginnende Korrosion und undichte Rohrverbindungen. Gleiches gelte für die Kanalhausanschlüsse und die privaten Grundstücksentwässerungsanlagen. An einem Austausch führt also kein Weg vorbei, doch dieser ist alles andere als leicht. 

Das liegt an den örtlichen Gegebenheiten. Der Kanal verläuft in bis zu 2,80 Meter Tiefe, die Grundleitungen wurden einst unter den Bodenplatten der Häuser verlegt. „Das entspricht nicht mehr dem Stand der heutigen Technik“, sagte Joseph. Kanalhausanschlüsse würden heutzutage nur noch frostsicher in rund 1,50 Meter Tiefe verlegt und die Kellerräume bei Bedarf mittels einer Hebeanlage entwässert. 

Um die altersschwachen Leitungen zu erreichen und zu sanieren, müsste die schmale Straße tief aufgegraben werden. Weil das Erdreich wenig stabil und eine Absicherung wegen der vielen verlegten Leitungen schwierig ist, „droht dann die Gefahr, dass uns die Baugrube abrutscht“, erklärte der Stadtwerkemitarbeiter. Im schlimmsten Fall könnten die Vorgärten in Mitleidenschaft gezogen werden.  Keine schönen Aussichten, weshalb die Stadtwerke eine andere Variante favorisierten. 

Diese sieht vor, den alten Kanal stillzulegen und darüber in geringerer Höhe einen neuen zu verlegen. Die Gefahr des Abrutschens wäre damit gebannt. Der Nachteil: Die Hausanschlüsse würden so ein Stück oberhalb des Kellerbodens hineinkommen, womit die Hauseigentümer ihre Leitungen neu verlegen und für im Keller stehende Waschmaschinen, Duschen oder auch Heizungen eine Hebeanlage einbauen müssten. Dafür seien bei dieser Lösung keine Rückstau-Probleme mehr zu fürchten, betonte Joseph. 

Noch dazu handle es sich mit im Schnitt rund 3750 Euro pro Grundstück um die kostengünstigste Variante. Bei der Bestandsanierung lägen die Kosten je nach Leitungslänge bei bis zu 12000 Euro, verglich er. Wohl auch aus diesem Grund hatten fast alle Anlieger bei einer Infoveranstaltung der Stadtwerke Ende April für diese Vorgehensweise gestimmt. Nur einer habe sich nicht überzeugen lassen, weshalb man jetzt noch die Zustimmung des Werkausschusses einholen wolle, sagte Joseph. Er ist der Meinung, dass die Stadtwerke alles zahlen sollen." 

Diese fiel mit großer Mehrheit. Nur Paul Huber (CSU) stimmte dagegen. Er fürchtete, dass die Kosten für die Neuverlegung der Hausleitungen zu gering geschätzt worden waren. Dem hielt Joseph entgegen, dass die Zahlen aus einer vergleichbaren Projekt hochgerechnet worden seien. Für Gregor Schuppe (ALS) war klar: „Der Bürgerwille ist ganz deutlich für Variante 2. Dem sollten wir schon folgen.“

Christoph Peters

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