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Die Wieskirche bei Steingaden. Im Hintergrund, in Richtung Norden, sollten die Windräder entstehen. Foto: Sommer

Der Gemeinderat Steingaden hat ihren Anfang November gefassten Beschluss für die Windkraft im Ort revidiert. Anlass war, so erfuhren die anwesenden Bürger auf der jüngsten Sitzung des Gremiums, dass die Gültigkeit des damaligen Beschlusses „in Frage gestellt“ sei.

Anfang November hatten die Gemeinderäte – denkbar knapp mit sechs zu fünf Stimmen – für mögliche Windräder auf der Bergwiese oberhalb von Steingaden votiert. Bürgermeister Xaver Wörle, der an der Firma Ventus Bavaria beteiligt ist, welche die Windkraftanlagen errichten möchte, nahm damals nicht an der Diskussion und der Abstimmung teil. In der vergangenen Sitzung Anfang Dezember diskutierten die Räte erneut über die Windkraft und brachten ihre inzwischen ablehnende Haltung zum Ausdruck. Nun stand die Voranfrage vom November abermals auf der Agenda. Es gebe Zweifel an der Gültigkeit des Ergebnisses, erklärte Verwaltungschef Georg Krönauer. Kurz wurden die Details der Anfrage geklärt, dazu gab es eine Karte mit den vier geplanten Standorten und auch eine Skizze der knapp 200 Meter hohen Windräder, deren Rotordurchmesser 115 Meter betragen würde. Es folgte eine heftige, vom 2. Bürgermeister Leo Eicher geleitete Diskussion, bei der zwei Meinungen aufeinanderprallten. Zum einen die der Befürworter, die unter anderem argumentierten, dass man nicht gegen Atomenergie sein könne, dann aber nach dem Floriansprinzip handle, wenn alternative Energieerzeuger „im eigenen Hof stünden“. Er wäre schon arg enttäuscht, so ein Befürworter, wenn man diese Chance auf eine eigene Stromversorgung nicht realisieren würde. Demgegenüber stand das andere Lager, das neben dem Tourismus auch die Wies ins Spiel brachte. Man könne nicht ausschließen, dass die hohen Windräder nicht doch von dem Welterbe aus zu sehen seien respektive in dessen Hintergrund auftauchten. Man sollte daher auch die Stellungnahme des Planungsverbandes Oberland zum Thema Vorranggebiete abwarten. Georg Krönauer präsentierte einen Abstimmungsvorschlag, der sich, vorbehaltlich einer anderen Ansicht des Planungsverbandes, gegen die Windkraft im Gebiet von Steingaden aussprach. Sollte der Planungsverband zur Überzeugung kommen, dass die Bergwiesen geeignet seien und auch keine Beeinträchtigung für das Welterbe Wies besteht, dann könne man dem Antrag immer noch zustimmen, so Krönauer. Problematisch könnte sich dann aber immer noch der Standort selbst für die Errichtung der Windenergieanlagen erweisen. Die knapp 200 Meter hohen Windräder können nur von so genannten Raupenkränen montiert werden, da diese die erforderliche Höhe erreichen. Zum Antransport und Aufbau der Kräne sind aber wiederum Tieflader und Mobilkräne vonnöten, die unter Umständen das Einsatzgebiet an der Bergwiese gar nicht anfahren können. Man rechnet für den Aufbau eines Windrades mit mehreren Millionen Euro, je nach Standort. Dazu kommt noch eine verfügbare Starkstromleitung, über die der Strom abtransportiert werden kann. Mit neun zu vier Stimmen sprachen sich die Gemeinderäte schließlich gegen den Bauantrag aus.

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