Kompromiss als Lösung

Die Weinstube (links im Bild) und die Schreinerei Keller teilen sich einen gemeinsamen Vorplatz. Da wird es vor allem im Sommer des öfteren eng. Foto: Peters

Die Weinstube in Schongau lockt mit einem außergewöhnlichen Ambiente, was unter anderem daran liegt, dass das Lokal in der Christophstraße direkt in die historischen Stadtmauer der Altstadt eingebettet ist. Im Sommer, wenn die Abende lau sind, sitzen die Besucher jedoch lieber vor der Türe, weshalb Inhaberin Barbara Arnold gerne ihre Freischankfläche über den ganzen Vorplatz ausdehnen würde. Da dieser aber von der nebenan liegenden Schreinerei als Zufahrt benötigt wird, genehmigte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung nur eine Kompromisslösung.

Schon im September stand der Antrag auf der Tagesordnung des Gremiums. Damals war es jedoch nicht zur Abstimmung gekommen, da man zuvor noch das Gespräch mit beiden Parteien suchen wollte. Auf rund 60 Quadratmeter beziffert Michael Wölfle vom Bauamt die von Arnold beantragte Fläche, die damit fast das komplette Hof-Areal einnimmt. Das hat Folgen. Ein- und Ausfahrt der Schreinerei wären nicht mehr möglich, erläuterte Wölfle. Da die Schreinerei ein Recht auf ungehinderten Zugang über das städtische Grundstück besitze, könne man den Antrag so nicht genehmigen. Stattdessen schlug Wölfle vor, die Freischankfläche so zu bemessen, dass ein drei Meter breiter Streifen zum Nachbargrundstück bleibe. Einstimmig votierten die Mitglieder des Bauausschusses für die Kompromisslösung. Martha Keller, deren Mann die Schreinerei betreibt, sieht die Entscheidung mit gemischten Gefühlen. Sie bezweifelt, dass der Platz ausreicht, um den Betrieb des Unternehmens zu gewährleisten. „Wir haben immer wieder große Segelboote da, die in die Werkstatt müssen. Und die Feuerwehr kommt dann bei einem Brand wie vom Gewerbeaufsichtsamt gefordert auch nicht mehr durch“, befürchtet sie. Unternehmen wollen die Kellers, die schon einmal mit ihrer Nachbarin vor Gericht im Clinch lagen, aber vorerst nichts. „Wir schauen jetzt erst einmal, wie das im nächsten Jahr aussieht“, sagt Martha Keller, die Arnolds Antrag durchaus verstehen kann: „Ich gönne ihr ja mehr Umsatz.“ Die Weinliebhaber dürften das gerne hören.

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