Kompromiss für Schongauer Marienplatz gefunden

Zwar hatte die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe zur zukünftigen Gestaltung des Marienplatzes aus drei Planvorschlägen im Vorfeld der Stadtratssitzung einen ausgewählt, doch letztlich machte ein von Stadtbaumeister Ulrich Knecht in der Sitzung eingebrachter Vorschlag das Rennen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Räte sich quer durch alle Fraktionen mit diesem Thema nach wie vor schwer tun.

Über drei Modelle, die auf ihre eigene Weise die zukünftige Gestaltung und Nutzung des Marienplatzes vorgaben, hatte die Arbeits- gruppe befunden: Den Vorschlag der Werbegemeinschaft, des Tourismusvereins und den des Architekturbüros Hörner, für den sich schließlich die Mehrheit der Projektgruppe entschieden hatte. „Es wurde klar, dass wir nur mit einem Kompromiss leben müssen“, fügte Stadtbaumeister Ulrich Knecht, der die drei Vorschläge dem Gremium noch einmal kurz vorgestellt hatte, an, und kam auf den Punkt: „Die Werbegemeinschaft trägt den Vorschlag nicht mit, da zu wenig Stellplätze vorhanden wären. Ich meine allerdings, dass wir die Werbegemeinschaft mit im Boot brauchen.“ Dies sei der Grund gewesen, weshalb er sich noch einmal intensive Gedanken gemacht habe, erklärte Knecht – und schilderte anschließend den Räten seine Lösung zur Marienplatzgestaltung inklusive Fußgängerzone. In dieser würde der Verkehr in beiden Richtungen auf der westlichen Seite des Marienplatzes fließen können, während sich auf der östlichen Seite die neue Fußgängerzone befände. Gleichzeitig wären aber noch genügend Stellplätze vorhanden, so dass sich die Mitglieder der Werbegemeinschaft Altstadt mit dieser Lösung zufrieden geben würden. Wie bisher könnten am Marienplatz somit 44 Fahrzeuge parken. Beim Rat auf wenig Gegenliebe stieß der Vorschlag des zweiten Bürgermeisters Paul Huber, der den Marienplatz lediglich als verkehrsberuhigte Zone ausgebaut sehen wollte, ansonsten aber alles beim Alten belassen hätte. In einem komplizierten Wahlverfahren sprachen sich die Stadträte – nachdem die Sitzung für zehn Minuten unterbrochen werden musste, da sowohl über den Vorschlag des Stadtbaumeisters als auch über die Wahldurchführung diskutiert wurde – letztendlich für die neue, vierte Variante aus. Statt die Hand zu heben, schrieben die Räte ihre Favoritenlösung auf einen Zettel, der anschließend eingesammelt wurde. Während die „Hörner-Variante“ noch drei Stimmen für sich verbuchen konnte, gingen die zwei anderen Planungsvarianten leer aus. Knechts Vorschlag erhielt mit 18 abgegebenen Stimmen die eindeutige Mehrheit. Kontrovers diskutiert wurde anschließend die Einbeziehung eines externen Sachverständigen zur Erfassung der Verkehrsströme in der Altstadt und die damit verbundene Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen. „Diese Untersuchung ist wichtig, denn sie soll als Grundlage für die weitere Planung stehen“, argumentierte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Kosten für diesen Fachmann auf etwa 20000 Euro zu beziffern wären – zu hoch, wie vor allem Vertreter der CSU-Fraktion meinten. „Den Ist-Zustand kennen wir. Den zu untersuchen bringt uns nichts“, meinte Peter Blüml hierzu. Den Vorschlag von Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, den Stadtplaner, der mit der Beplanung des Marienplatzes betraut werden wird, zu befragen, ob ein Sachverständiger vonnöten sei, unterstützten die Räte anschließend einstimmig.

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