Dr. Thomas Löffler folgt auf Dr. Ruprecht von Welser

Neuer Chefarzt, neue Schwerpunkte

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Gehen neue Wege: (v. li.) Geschäftsführer Thomas Lippmann, Dr. Marion Leichtle, Dr. Kerstin Schierghofer, Chefarzt Dr. Thomas Löffler, Dr. Wolfgang Wenzlik, Dr. Jürgen Streit und Lydia Hirsch (stellvertretende Pflegeleitung) .

Schongau – Er bezeichnet sich selbst als „Unfallchirurg mit Herz und Leidenschaft“: Dr. Thomas Löffler ist der neue Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie der Klinik Schongau. Der 48-Jährige folgt auf Dr. Ruprecht von Welser, der vor kurzem in den Ruhestand gegangen ist. Mit Löffler will die Krankenhaus GmbH neue Schwerpunkte setzen. Profitieren soll unter anderem die Notaufnahme.

Die Fußstapfen, die Ruprecht von Welser hinterlässt, sind alles andere als klein. Schließlich war er es, der die Schongauer Klinik mit seinen Leistungen auf dem Gebiet der Endoprothetik weit über die Landkreisgrenzen bekannt gemacht hat. Dennoch habe man bewusst keinen 1:1-Nachfolger für den prägenden Mediziner gesucht, erklärte Thomas Lippmann. 

Zwar wolle man den Standard in der Endoprothetik halten, jedoch gleichzeitig die Unfallchirurgie stärken – ein Bereich, der zuletzt am Schongauer Krankenhaus kein Schwerpunkt mehr gewesen sei. „Es gab ja sogar Befürchtungen, dass wir die Unfallchirurgie noch weiter verkleinern oder ganz nach Weilheim verlegen wollen“, sagte der Geschäftsführer. Dies jedoch sei nie zur Debatte gestanden, betonte er. „Das wäre der Anfang vom Ende des Akutkrankenhauses.“ 

In Löffler ist Lippmann überzeugt, den richtigen Mann für den neuen Kurs gefunden zu haben. Im Landkreis ist der 48-Jährige, der mit seiner Familie in Weilheim wohnt, kein Unbekannter. Schon von 2004 bis 2007 war er als Oberarzt in der Chirurgie in Peißenberg und Schongau tätig, arbeitet seit dieser Zeit auch als Notarzt. 

Von dort wechselte er an die Uni-Klinik Großhadern, wo er als Oberarzt seine Erfahrungen in der Schwerverletztenversorgung ausbaute und sich auf dem Gebiet der Endoprothetik und Sporttraumatologie spezialisierte. Von 2010 bis zum Dienstantritt in der Krankenhaus GmbH – Löffler ist auch Chefarzt am Standort Weilheim – arbeitete er als Chefarzt der unfallchirurgischen Abteilung der Klinik Dr. Rinecker in München. 

In den Plänen für eine unfallchirurgische Rundumversorgung spielt auch die Notaufnahme eine wichtige Rolle. 30 bis 40 Prozent aller Patienten kommen auf diesem Weg in die Klinik. „Sie ist die Visitenkarte des Krankenhauses“, stellte Lippmann fest. Doch um deren Ruf steht es in der Region nicht zum besten. „Wir haben in der Vergangenheit viele Patienten an die Krankenhäuser in Starnberg und Garmisch verloren“, so der Geschäftsführer. „Uns ist daher bewusst, dass wir dringend etwas unternehmen müssen.“ Das Ziel müsse es sein, wieder zur ersten Adresse für die Landkreis-Bürger zu werden.

Die ersten Maßnahmen hat der neue Chefarzt bereits eingeleitet. So gebe es mit Dr. Marion Leichtle ab sofort eine Fachärztin, die allein der Notaufnahme zugeordnet sei. Die Versorgung soll künftig ohne längere Wartezeiten geschehen und vor allem durch erfahrene Ärzte. Mittelfristig wolle man dahin kommen, dass Patienten mit unfallchirurgischem Bild auch von einem Unfallchirurgen operiert werden, erklärte Löffler. Dafür soll das Ärzteteam peu à peu erweitert werden. 

Der Umbau könnte auch Folgen für aktuelle Mitarbeiter haben. Wer den Weg nicht mitgehen wolle oder die nötige Qualität vermissen lasse, von dem werde man sich über kurz oder lang trennen müssen, machte Lippmann unmissverständlich klar. 

Dass die angeschlagene Krankenhaus GmbH trotz verordnetem Sparkurs kräftig Geld in den generell hochdefizitären Bereich der Notfallmedizin investiert, ist für den Geschäftsführer kein Widerspruch. Er hält den Weg, den andere Kliniken gehen, indem sie ihre Notaufnahmen schließen, um Geld zu sparen, für falsch. „Das ist nicht der Auftrag, den wir als Akutkrankenhaus haben.“ 

Gleichwohl ist Lippmann klar, dass die Patienten das Angebot auch annehmen müssen. Vor allem was die unfallchirurgischen Fälle angeht, hofft man durch die neue Ausrichtung auf steigende Zahlen. Bislang machen die nämlich nur 10 bis 20 Prozent der rund 12000 Kontakte aus, die die Notaufnahme jährlich verzeichnet. „Ganz salopp gesagt, wir brauchen nicht nur den Bienenstich, sondern auch die Unfallopfer“, so Lippmann. 

Aktuell landen letztere allerdings hauptsächlich im Unfallkrankenhaus in Murnau oder werden in die Klinik nach Kaufbeuren gebracht. „Wir wollen hier wieder eine zentrale Rolle spielen und erreichen, dass die Rettungsdienste uns anfahren, wenn es sich um mittelschwere Verletzungen handelt“, kündigte Löffler an. 

Helfen soll dabei, dass die Klinik ab 1. Juli eine 24-Stunden CT-Bereitschaft anbietet. Außerdem wolle man künftig wieder vermehrt eigene Ärzte als Notarzt einsetzen, so Lippmann. „Die wissen dann genau, was wir können und auch was nicht.“

Christoph Peters

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