Kreissparkasse Schongau erhöht Gebühren

Girokonten werden teurer

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Ab 1. April gilt bei der Kreissparkasse Schongau ein neues Preisverzeichnis, das bereits jetzt online abrufbar ist.

Schongau – Kunden, die bei der Schongauer Kreissparkasse ein Girokonto besitzen, müssen bald tiefer in die Tasche greifen: Zum 1. April erhöht die Bank die Gebühren für die Kontoführung. Als Grund nennt das Kreditinstitut steigende Kosten und die Niedrigzinsen.

 Seit Ende Januar informiert die Sparkasse ihre Kunden per Kontoauszug über die neuen Tarife. Demnach steigt die monatliche Service-Grundpauschale für das „Giro classic“-Konto um 37 Prozent von 2,19 auf 2,99 Euro. Für das „Giro direkt“ werden künftig 5,49 statt 3,99 Euro fällig (plus 38 Prozent) und für die „Giro perfekt“-Variante 8,99 statt 6,95 Euro (plus 29 Prozent).

Besonders hart trifft es jene 2308 Kunden, die bislang das Girokonto „Individual Online“ genutzt haben. Dort konnte die Grundgebühr auf null gesenkt werden, wenn das durchschnittliche Guthaben 2000 Euro betrug. Diese Bedingung könne man allerdings „aufgrund der von der Europäischen Zentralbank gesteuerten extremen Niedrigzinspolitik“ nicht mehr aufrechterhalten, teilte die Bank den Betroffenen in den letzten Tagen per Brief mit. Ihr Konto werde deshalb auf das Modell „Giro direkt“ umgestellt.

„Natürlich haben wir uns die Entscheidung nicht einfach gemacht“, sagt Vorstandsmitglied Michael Lautenbacher. „Eine Preiserhöhung ist nie schön. Da brauchen wir nicht reden.“ Aber sie ist aus Sicht der Sparkasse unumgänglich. Ein Grund sind die niedrigen Zinsen, die nicht nur die Sparer, sondern auch die Banken belasten. Denn diese bedeuten weniger Erträge. „Wir konnten bislang Dienstleistungen wie Konten über die Zinsüberschüsse quer finanzieren“, erklärt Vorstandsvorsitzender Alexander Schmitz. „Diese Subventionsmöglichkeiten nehmen ab.“

Besonders deutlich zeigt sich das Problem am Kontomodell „Individual Online“. Bei der Einführung 2007 habe der Zins bei rund drei Prozent gelegen, womit man durch die Anlage des Guthabens der Kunden im Jahr 60 Euro erwirtschaftet habe, rechnet Schmitz vor. Doch durch die sinkenden Zinsen geht die Rechnung schon seit längerem nicht mehr auf. „Eigentlich hätten wir schon viel früher reagieren müssen“, sagt der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf die nun angekündigte Umstellung.

Mehr Leistungen

Doch die Niedrigzinsen sind nicht der einzige Grund für die Gebührenerhöhung. In den vergangenen Jahren seien viele Leistungen hinzugekommen, sagt Schmitz und nennt als Beispiel die Telefon-Filiale, die ein Alleinstellungs-Merkmal der Sparkasse in der Region sei. Gleichzeitig würden die jährlichen Kosten steigen, etwa für IT-Systeme sowie Anschaffung und Wartung von Geldautomaten und Kontoservice-Terminals, die es, auch das ist Schmitz wichtig, in jeder Filiale gebe.

Apropos Filiale: Dass man die Gebührenerhöhung durch die Schließung von Niederlassungen wohl hätte vermeiden können, ist Schmitz natürlich bewusst. Doch diese Überlegung habe keine Rolle gespielt, betont er. „Wenn wir uns aus der Fläche zurückziehen, verlieren wir unser Wesensmerkmal.“

Neues Rabatt-System

Die ersten Rückmeldungen hinsichtlich der neuen Preisstruktur haben die Sparkasse bereits erreicht. Es habe neben vereinzelter Kritik viel Verständnis und positive Resonanz gegeben, sagt Lautenbacher. Das dürfte auch daran liegen, dass für viele Kunden die Erhöhung nicht in vollem Umfang zum Tragen kommt.

Das liegt am neuen Rabattsystem, das die Sparkasse ab April einführt und mit dem sie Stammkunden belohnen will. Wer noch andere Produkte nutzt, etwa ein Depot führt oder einen Privatkredit abgeschlossen hat, kann bis zu 25 Prozent Ermäßigung auf die Service-Grundpauschale seines Girokontos bekommen. Die Berechnung erfolgt dabei automatisch.

„Im günstigsten Fall zahlt der Kunde damit praktisch den gleichen Preis wie bisher“, sagt Richard Arnold, zuständig für das Privatkundengeschäft. Rechnet man dies ein, steigen die Gebühren für die insgesamt 17 100 Girokonten im Schnitt um 16 Prozent. Weiterhin kostenfrei bleiben jene rund 5000 Konten für Vereine, Auszubildende, Schüler und Studenten.

Christoph Peters

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