10 Jahre Kulturstiftung Schongauer Land

Aus der Not eine Tugend gemacht

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Fritz Mäuerle (2. von links) und Paul Huber (3. von rechts) mit Mitgliedern des Stiftungsrates der Kulturstiftung Schongauer Land.

Schongau – Mit einer festlich gestalteten Jubiläumsfeier hat die Kulturstiftung Schongauer Land am vergangenen Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen begangen.

Beim Festakt im Ballenhaus in Schongau blickte die Stiftung auf ein erfolgreiches Jahrzehnt zurück, in dem insgesamt 22 Mal verschiedene kulturelle Einrichtungen bzw. Projekte gefördert werden konnten. Natürlich durfte bei der Feier aber auch die Kultur selbst nicht zu kurz kommen: Musikalische Darbietungen waren vom Blechbläserensemble der Musikschule Pfaffenwinkel (Moritz Friedl und Leo Heck an der Trompete, Louisa Helbig und Julia Just an der Posaune, Georg Daxer an der Basspousane und der Tuba) sowie dem Schongauer Vokalensemble mit Sabine Braun (Sopran), Andrea Ammann (Alt), Bernhard Hindelang (Tenor) und Luitpold Braun (Bass) zu hören. 

 Die Kulturstiftung war vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden, als aufgrund der Haushaltsmisere der Kommunen im Kulturbereich der Rotstift angesetzt werden musste. „Unsere Kulturstiftung Schongauer Land hat durch seine Errichtung aus der Not heraus eine Tugend gemacht“, verkündete der Stiftungsratsvorsitzende Fritz Mäuerle beim Festakt und führte in seiner ausführlichen Bilanz alle einzelnen Zwecke, für welche die Fördergelder bisher verwendet wurden, auf. 

 Nach der Begrüßung durch Paul Huber (Vorsitzender des Stiftungsvorstandes), hielt Martin Wölzmüller (Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege) zunächst die Festrede zum Thema Heimat. Er wählte dabei an vielen Stellen deutliche Worte: „Sie haben recht, wenn Ihnen das weit verbreitete kitschige Getue um Heimat, um Bayern und das traute Dörflein unglaubhaft, verdächtig und wohl auch gefährlich erscheint. Denn die Wirklichkeit schaut ganz anders aus als beim Bergdoktor oder im Musikantenstadl“, erklärte er und warnte: „Heimat ist nicht bloß Tradition und gute alte Zeit.“ Vielmehr sei die Heimat der von den Menschen geschaffene Nahraum – und man dürfte sich nicht ausschließlich auf die „Konserve des Alten“ beschränken und immer nur „Mumien beatmen“. Wirkliche Heimatpflege sei „handfest, wirklichkeitsbezogen und vor allem harte Arbeit“, hielt Wölzmüller fest. 

Einige ausgewählte Finanzhilfen, welche die Kulturstiftung bisher leistete, wurden beim Festakt vorgestellt. Richard Kögl senior sprach über die Restaurierung der Basilika in Altenstadt, Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer über die Gräberfunde in Burggen, Franz Grundner über Anschaffungen für das Schongauer Stadtmuseum (Museumssoftware und Vitrine für Wechselausstellungen) und Theodora Handiak über die Ausstellungen der „Schongauer Gruppe“. 

 Jakob Leicher und Werner Schmitt vom Förderverein Villa Rustica (Peiting) berichteten nicht nur über das Modell einer speziellen römischen Fußbodenheizung, sondern hatten auch ein Römerpaar (verkörpert von Wolfgang und Claudia Maurus aus Schwabsoien) mitgebracht: Die Römerin legte ihrem Mann, einem Legionär, die Rüstung an. mas

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