Notfallmappe vorgestellt

Ein Heft, das Leben retten kann

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Präsentierten die neue Notfallmappe: (v. li.) Bernd Schulz (Soziales Netz Bernried), Christel Pilz(Betreuungsstelle), Peter Stahl (Soziales Netz Bernried), Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Dr. Karl Breu (Leiter Gesundheitsamt)

Schongau – In vielen Landkreisen und Kommunen gibt es sie bereits, jetzt hat auch der Landkreis Weilheim-Schongau eine Notfallmappe aufgelegt. Am Dienstag stellte Landrätin Andrea Jochner-Weiß das 27 Seiten starke Werk vor, welches im Ernstfall Leben retten könnte.

 Eben war die Welt noch in Ordnung, doch dann passiert es: Ein Unfall in den eigenen vier Wänden, der Notarzt muss kommen. In solchen Situationen zählt jede Minute. Möglichst schnell gilt es für den Arzt deshalb, die medizinische Vorgeschichte des Patienten in Erfahrung zu bringen. Nimmt er Medikamente? Unter welchen Krankheiten leidet er? Bestehen Allergien?

Diese Fragen in einer solchen Stresssituation richtig zu beantworten, fällt sowohl Betroffenen als auch Angehörigen jedoch oft schwer. Besonders kompliziert wird es, wenn der Patient nicht mehr ansprechbar ist. Hier kommt die Notfallmappe ins Spiel, die Landrätin Andrea Jochner-Weiß am Dienstag gemeinsam mit dem Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Karl Breu, im Schongauer Landratsamt vorstellte. „Es ist eine einfache Sache, die Leben retten kann“, erklärte sie.

Das 27 Seiten starke Heft dient dazu, alle wichtigen Informationen für den Ernstfall an einem Ort zu bündeln. Das beginnt mit einer heraus trennbaren Blitzinformation für den Notarzt, die unter anderem die oben genannten Fragen zur Krankheitsgeschichte beantwortet. Es folgen persönliche Angaben, etwa wer im Notfall kontaktiert werden soll, wo der Betroffene versichert und bei welchen Ärzten er in Behandlung ist.

Unter dem Punkt Gesundheitsakte werden alle medizinischen Daten im Detail erfasst. Außerdem kann hier angegeben werden, ob eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung existiert. Noch immer würden viele auf eine derartige Vorsorge verzichten, sagte Christel Pilz von der Betreuungsstelle des Landratsamtes aus eigener Erfahrung. Dabei sei es sehr wichtig, sich Gedanken zu machen, wer im Notfall Entscheidungen treffen solle.

Zwar nicht überlebenswichtig, aber hilfreich für Angehörige sind die Angaben im hinteren Teil der Broschüre. Hier können zum einen Informationen zu Bank-, Renten- und Steuerdaten hinterlegt werden. Zum anderen finden sich hier Checklisten mit Dingen, die bei einem Krankenhausaufenthalt oder Todesfall zu erledigen sind.

Auf die Idee, eine Notfallmappe zu erstellen, hat das Landratsamt übrigens der Bernrieder Peter Stahl gebracht, der in seiner Heimatgemeinde die Nachbarschaftshilfe Soziales Netz Bernried aufgebaut hat. Als Vorlage für die Broschüre diente die Notfallmappe des Landkreises Starnberg, die man an die eigenen Bedürfnisse angepasst habe, erklärte Pressesprecher Hans Rehbehn. So sei etwa das Format von DIN A4 auf das handlichere DIN A5 geändert worden. „Das passt besser neben das Telefon.“ Damit man sofort kennt, um was es sich handelt, prangt auf der Titelseite ein roter Arztkoffer mit weißem Kreuz.

Die erste druckfrische Auflage beträgt 5000 Stück, die nun in den nächsten Tagen an alle Gemeinden verteilt werden. Auch Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen werden mit Exemplaren versorgt. Außerdem steht die Notfallmappe als Download auf der Internetseite des Landratsamtes zur Verfügung. Viel Geld musste der Landkreis nicht in die Hand nehmen. Die Kosten bezifferte Rehbehn auf rund 1200 Euro. Ganz nach dem Motto: Kleine Maßnahme, große Wirkung.

Christoph Peters

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