Licht aus, Spot an – BR-Sendung "Bayerntour" drehte mit Carolin Reiber im Ballenhaus

Bis heute hat der „Toboggan“, der als Familienfahrgeschäft auf der Wiesn von Astrid und Claus Konrad betrieben wird, nichts von seiner Attraktivität verloren. Fotos (2): Jungwirth

Sozusagen „Fernsehen zum Anfassen“ konnten 110 Schongauer vergangene Woche miterleben, denn die beliebte Sendereihe „Bayerntour“ des Bayerischen Rundfunks (BR) hatte in der Lechstadt Station gemacht. Im Ballenhaussaal wurde die Sendung aufgezeichnet und Moderatorin Carolin Reiber führte interessante Gespräche mit Persönlichkeiten aus Schongau und Umgebung.

Die möglicherweise entscheidende Frage konnte die bekannte Moderatorin erst nach der Aufzeichnung der Sendung an den Meteorologen Dr. Wolfgang Fricke stellen, nämlich ob es weiße Weihnachten geben wird oder nicht. Schließlich wird die Sendung erst am Mittwoch, 12. Januar, um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt und da ist Weihnachten bekanntlich vorbei und da wäre diese Frage in der Tat „Schnee von gestern“ gewesen. Doch ansonsten führte die eloquente Moderatorin mit Witz und großer Routine durch die Sendung und stellte ihren Gesprächspartnern zahlreiche Fragen. So wollte sie vom Leiter des meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg Dr. Wolfgang Fricke schon genau wissen, was der Einzelne zur Vermeidung des Klimawandels tun kann. Interessant für die Zuschauer war sicherlich, dass auch Profis wie Reiber nicht fehlerfrei sind. Immer wieder mal musste eine Frage wiederholt werden, weil sie sich versprochen hatte oder weil die Redaktion mit einer Formulierung nicht ganz zufrieden war. Doch die routinierte Fernsehgröße war immer wieder bereit, ihre Sache noch besser zu machen. Vier Kameras waren ständig bemüht, sowohl die Interviewpartner als auch die Gäste ins rechte Bild zu rücken. Zwischen den Interviews wurden den Zuschauern immer wieder Kurzfilme gezeigt – genau so, wie es dann in der Sendung im Januar zu sehen sein wird. Nur die Interviews werden noch nachbearbeitet und mit den Kurzfilmen zu einem 45-minütigen Ganzen verwoben. Interessantes wusste Scharfrichter-Nachfahre und Buchautor Oliver Pötzsch zu erzählen: „Man wurde nicht Henker, man war einer“, sagte dieser und plauderte anschließend so lokker über jene Zeit, als ob er selbst dabei gewesen wäre. Immerhin zählen die aus Schongau stammenden „Kuisl“ zum bedeutendsten Henkergeschlecht Bayerns. Insgesamt 14 Vorfahren von Oliver Pötzsch waren Henker. 1807 hörte der letzte auf dieser in der damaligen Gesellschaft verachteten Tätigkeit nachzugehen. Aus dem Nähkästchen plauderte auch Genoveva Markert. Gut 90 Fallschirmsprünge hat die rüstige, 79 Jahre alte Seniorin in den vergangenen Jahren absolviert als Tandemspringerin zusammen mit ihrem Sprunglehrer Dieter Dankesreiter. „Sie sind ja eine richtige Draufgängerin“, urteilte Reiber und gestand freimütig ein, dass sie sich dies nicht trauen würde. Interessante Details über den Toboggan erfuhren die Zuschauer von Astrid und Claus Konrad aus Schongau. Seit Jahrzehnten betreibt die Familie das beliebte Fahrgeschäft auf der Wiesn, das auch nach so langer Zeit nichts von seiner Attraktivität verloren hat. Ob am Weihnachtsfest Schnee liegen wird, ließ sich Wetterfrosch Fricke am Ende allerdings nicht entlocken. Er versicherte aber in bekannter, meteorologisch-diplomatischer Weise, dass dies „in höheren Lagen sicherlich der Fall sein wird“.

Meistgelesene Artikel

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Immer mehr "Fehlbeleger"

Schongau – In Schongau lebten zum Jahresende 188 Flüchtlinge, darunter einige sogenannte Fehlbeleger. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. Denn ob und …
Immer mehr "Fehlbeleger"

Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Schongau – An Baustellen mangelt es in der Schongauer Grundschule aktuell nicht. Doch als wäre der Teilabriss samt Neubau nicht schon schwierig …
Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Kommentare