Michael Eberle führt CSU Schongau

"Da steht niemand Schlange"

+
Der neue Ortsvorsitzende der CSU Schongau, Michael Eberle (li.), mit dem neu gewählten Vorstand des Ortsverbands.

Schongau – Die CSU Schongau hat einen neuen Ortsvorsitzenden. Michael Eberle, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, tritt die Nachfolge von Christine Sander an, die bei der Wahl nicht mehr kandidierte. Der KREISBOTE sprach mit dem frisch gekürten Ortsverbandschef über sein neues Amt. 

Herr Eberle, erst einmal Glückwunsch zur Wahl zum Ortsvorsitzenden der CSU Schongau. 40 Stimmen von 42 bei zwei Enthaltungen: Mit dem Ergebnis dürften Sie zufrieden sein, oder? 

Eberle: „Ja, natürlich. Ein besseres Resultat hätte ich mir nicht wünschen können.“ 

Sie sind bekanntlich bereits Fraktionsvorsitzender. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie nun auch für das Amt des Ortsvorsitzenden kandidiert haben? 

Eberle: „Frau Sander hatte im Vorfeld erklärt, nicht mehr antreten zu wollen. Da wichtige Wahlen anstehen, war uns klar, dass es kaum Zeit zur Einarbeitung für ihren Nachfolger gibt. Da ich schon lang dabei bin als stellvertretender Vorsitzender, habe ich mich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen.“ 

Es gab also keinen anderen Kandidaten? 

Eberle: „Es ist kein Geheimnis, dass solch ein Posten mit viel Arbeit verbunden ist. Da steht niemand Schlange.“

Klingt, als ob Sie das Amt nicht mehr so leicht los bekommen. 

Eberle: „Ich denke, dass sich im Rahmen der Wahlkämpfe sicher einige gute Kandidaten finden werden. Dauerhaft müssen Fraktionsvorsitz und Ortsvorsitz getrennt sein.“ 

Woran lag es, dass Christine Sander nicht mehr antrat? 

 Eberle: „Frau Sander hatte ursprünglich erwägt, als Bürgermeisterin zu kandidieren, aber im Januar einen Rückzieher gemacht. Sie will sich eher überregional engagieren. Konsequenterweise hat sie deshalb auf den Ortsvorsitz verzichtet.“ 

Damit sind wir schon beim Thema Bürgermeisterwahl in Schongau. Hat die CSU jetzt schon einen Kandidaten?

Eberle: „Momentan gibt es zwei feste Zusagen, deren Namen ich allerdings noch nicht nennen kann. Beide stammen im Übrigen aus Schongau. Außerdem laufen noch weitere Gespräche mit potentiellen Kandidaten.“ 

Seit längerem wird Kornelia Funke als aussichtsreiche CSU-Bewerberin für das Amt des Stadtoberhaupts gehandelt. Zählt sie zum engeren Kreis? 

Eberle: „Ja, ich halte sie für kompetent. Sie ist außerdem unglaublich engagiert. Aber wir wollen keine Verengung auf sie, deshalb sprechen wir noch mit anderen.“ 

Kornelia Funke hat bei ihrer Wahl zur Stellvertreterin deutlich weniger Zustimmung erhalten als Sie. Lässt sich daraus ableiten, dass der Ortsverband nicht hinter ihr steht? 

Eberle: „Frau Funke hat 75 Prozent der Stimmen bekommen. Das ist wie ich finde ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis. Klar ist auch, dass manch einer lieber Frau Sander gewählt hätte. Vielleicht wollten diese Leute das so zum Ausdruck bringen. Wann wird die CSU Namen für die Bürgermeisterkandidatur nennen? 

Eberle: „Die Aufstellungsversammlung ist für Juni geplant. Bis dahin werden wir Namen wohl nicht geheim halten können. Sobald wir uns einig sind und das Prozedere steht, wird es die Öffentlichkeit erfahren.

Interview: Christoph Peters

Meistgelesene Artikel

Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Schongau – In Schongau hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Der traditionelle Inthronisationsball war wie immer ein Riesenerfolg. Und doch war …
Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Friedrich Zeller will's nochmal wissen

Schongau/Memmingen – Zwölf Jahre war Friedrich Zeller Bürgermeister in Schongau, es folgten sechs Jahre als Landrat. 2014 verlor der 50-Jährige …
Friedrich Zeller will's nochmal wissen

Kommentare