Umweltaktion

Die Kreuzotter freut's

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Mit Eifer waren die Schüler der Mittelschule Peiting dabei, dem Bund Naturschutz und damit den seltenen Tieren und Pflanzen zu helfen.

Peiting – Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz haben Peitinger Mittelschüler jüngst die Ärmel hochgekrempelt. Das Ziel der Aktion: Unterschlupf für seltene Tiere am Schlammweiher schaffen.

Der alte Schlammweiher nahe der Ammerschlucht hat vor allem geschichtliche Bedeutung für die Marktgemeinde Peiting. Doch nach dem Ende des Bergbaus hat sich dort ein schützenswertes Biotop entwickelt. Der Weiher sei ein Kleinod für Peiting, stellte Bürgermeister Michael Asam fest, als er mit Vertretern vom Bund Naturschutz der Umweltaktion der Mittelschule Peiting beiwohnte. Es sei gut, dass sich der Bund Naturschutz (BN) der Sache annehme. Damit meint Asam vor allem, dass dieser mit den Schülern wichtige Maßnahmen durchführe, um das Kleinod vor der Verwaldung zu retten. Ein erster Schritt war gemacht worden, als Mitglieder des BN im Oktober nach 45 Jahren zum ersten Mal die Ufer und Hänge um den einstigen Klärweiher mähten. Dabei wurden auch kleinere Bäume gefällt, um bedrohten Arten wie etwa dem Kreuzenzian eine Chance zu geben. 

Wie Asam erfuhren die Schüler der Klassen 7 und 8m der Mittelschule Peiting von Helmut Herrmann Wissenswertes und Hintergründe zu ihrer Aktion. Die bestand darin, das gemähte Gras zusammenzutragen und sogenannte Heutrischen zu errichten. Ähnlich wie Heumandel, auf denen Gras trocknet, bieten die meterhohen Trischen Unterschlupf und Schutz für diverse Tiere, vor allem die am Weiher noch heimische Kreuzotter. Nachdem der Bergbau aufgegeben worden war, hatte der Weiher langsam zu verlanden begonnen und der Wald die Hänge von der Ammerschlucht her besiedelt. Er verdrängte damit beispielsweise seltene Blumenarten, die nun mit Hilfe des BN wieder eine Chance bekommen sollen. Wie die Kinder erfuhren, ist der Schlammweiher das größte Biotop für Kreuzenziane im Landkreis Weilheim-Schongau.

Nachdem Thomas Elste, Vorsitzender des Bund Naturschutz Peiting-Schongau, sich der Sache angenommen habe,  sei sichergestellt, dass hier professionell gearbeitet werde, lobte Asam. Elste habe ein Gespür für Biotope und dafür, wie man die Natur erleben könne. Würde man nun nichts gegen den Wald unternehmen, so Helmut Herrmann zu den Schülern, wären die Ufer in wenigen Jahrzehnten vollkommen mit Hochwald bedeckt. 

Die Schüler der Mittelschule Peiting sind in verschiedenen Aktion des Bund Naturschutzes involviert, unter anderem am Kalvarienberg oder dem Hangquellmoor am Lido. Für die zwölf- bis 14-Jährigen hieß es dabei vor allem Heu rechen und die Stangen für die Trischen in den Boden rammen. Unterstützt wird die Aktion vom „Lebensraum Lechtal“. Als Gegenleistung für ihr Engagement erhalten die Schüler im Rahmen der Umweltbildung  Unterrichtsstunden. gau

Bildergalerie:

Umweltaktion am Schlammweiher

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